Frage an Claire: Gutes Benehmen Damen gegenüber

In der Rubrik „Frage an Claire“ könnt ihr mir jederzeit Mode-, Stil- oder Kniggefragen stellen, die ich gern beantworten möchte, hier geht’s lang! Heute geht es um einige Stilfragen zum Thema „Gutes Benehmen Damen gegenüber“.

Liebe Claire, liebe Leserinnen dieses Blogs,

Ich bin wahrscheinlich das, was man im Allgemeinen „Kavalier der alten Schule“ nennt – zumindest gebe ich mir Mühe, mich stilvoll, respektvoll und höflich zu benehmen und lege diesen Maßstab auch an meine zukünftige Partnerin. Leider stelle ich fest, dass immer weniger junge Damen es zu schätzen wissen, wenn man ihnen zB. die Autotür aufhält oder sie mit Handkuss begrüßt. Viele scheinen in unserer schnelllebigen Zeit gar nicht zu wissen, wie man sich richtig benimmt oder es interessiert sie ganz einfach nicht. Mir ist dies alles aber wichtig. Obwohl ich als Student über kein allzu großes Budget verfüge, ist es für mich selbstverständlich, die Dame im Restaurant oder zu Veranstaltungen immer einzuladen. Bin ich wirklich so antiquiert?

Liebe Claire, ich vertraue auf Ihr Gespür in diesen Fragen!

Herzlich, ein Leser, der gern anonym bleiben will

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Stilsicher durch die Ballsaison

In wenigen Wochen beginnt die Ballsaison, und viele von uns freuen sich schon, endlich wieder das Tanzbein schwingen zu können. Doch damit rückt auch die jährliche Frage „Was soll ich nur anziehen?“ in greifbare Nähe. Heute findet ihr hier eine kleine Zusammenfassung über die verschiedenen Dresscodes, um auch auf dem Tanzparkett brillieren zu können. Demnächst könnt ihr mehr zum Thema in meinem Artikel „Die Wahl des perfekten Abendkleids“ lesen.

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Hier ein kleiner Einblick in die Grazer Opernredoute. Foto: Jürgen Fuchs (art+event Theaterservice Graz)

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Die perfekte Gastgeberin

Vor einiger Zeit habe ich mich mit dem perfekten Gast befasst, hier könnt ihr den Artikel nachlesen. Nun stellt sich die Frage, wie man zur perfekten Gastgeberin wird bzw. woran man sie erkennt. Bei jeder Feier sollen sich die Gäste schließlich wohlfühlen, und mit ein paar Tipps und Tricks ist es gar nicht so schwer, eine größere Gesellschaft zu geben.

Die Einladung

Schon hier kann man erkennen, ob die Gastgeberin alles im Griff hat oder eben nicht. Geraume Zeit vor der Veranstaltung sollten die Einladungen verschickt werden. So schön handschriftliche Einladungen auch sind (Hier geht’s zum Artikel „Schreiben mit Stil – Elegant per Post“), gerade bei einer größeren Gesellschaft wird man sich eher für gedruckte Billetts entscheiden. Dann empfiehlt es sich aber, zumindest den Namen des Gasts und allenfalls ein paar persönliche Zeilen von Hand zu schreiben. Wer oder was wird wann und wo gefeiert? Gibt es einen Dresscode? Gibt es ein Essen? Gilt die Einladung nur für den Betreffenden oder ist auch die Begleitung inbegriffen? (Kennt man den Namen, niemals schreiben: Für Herrn XY und Begleitung, sondern beide Personen namentlich anreden). Eine Wegbeschreibung und ein Hinweis auf Parkmöglichkeiten ist ebenfalls sinnvoll. Auf jede Einladungskarte gehört ein Vermerk, bis wann die Gäste zu- oder absagen sollen. Man kann das in einem Satz formulieren oder die Abkürzungen u.A.w.g. bzw. r.s.v.p. bis zum … verwenden.

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Knigge-Regeln: Wer bietet wem das Du an?

Kaum ein Kniggethema sorgt für so viel Unsicherheiten wie der richtige Umgang mit dem Duzen und Siezen. „Wer bietet wem das Du an?“ ist immer wieder eine Frage, die mir gestellt wird.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es hier zwei Ebenen gibt, nämlich die berufliche und die private. Für beide gibt es genaue Regeln, vieles bleibt aber auch Ermessenssache, besonders im inoffiziellen Bereich. Lasst mich gleich mit zwei Beispielen aus dem Alltagsleben starten: Es ist so, dass es eine Tendenz gibt, immer schneller zum Duwort überzugehen bzw. gleich mit dem Du zu starten. Das ist nicht nur bei großen schwedischen Einrichtungshäusern so (es soll gleich mit dem vertraulichen „Hej du“ ungezwungenes schwedisches Flair vermittelt werden), es ist auch so bei Erwachsenen derselben Generation, die irgendeinen Anknüpfungspunkt durch ihre Kinder haben. Wohl kein Elternteil eines Kindes käme auf die Idee, die Eltern von jemandem, der dieselbe Primarschule wie der eigene Nachwuchs besucht, zu siezen. Ebenso ist es beim Ballett und allen anderen Aktivitäten, wo gemeinsame Kinder involviert sind. Aber auch hier gibt es schon eine ungeschriebene Regel: Man duzt zwar die Eltern automatisch, aber niemals Großeltern, die fallweise ihre Kinder begleiten.

Doch sehen wir uns die Sache der Reihe nach an:

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Bei einer Hochzeit fragen sich einander unbekannte Gäste oft, „Wer bietet wem das Du an?“

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Frage an Claire: Wie werde ich eine Lady, ohne adelig zu sein?

In der Rubrik „Frage an Claire“ könnt ihr mir jederzeit Mode-, Stil- oder Kniggefragen stellen, die ich gern beantworten möchte. Schreibt einfach ein Email an claire(at)countessclaire.com.

Liebe Claire,

Ich war in den letzten Jahren oft ratlos bezüglich meines Stils und habe unnötigerweise mehr Klamotten gekauft, als ich eigentlich gebraucht hätte. Dabei habe ich immer schon gern Blusen oder Teile getragen, die als klassisch gelten.

Wie kann ich mich als preppy Lady kleiden bzw. wie werde ich eine Lady, wenn ich nicht blaublütig bin? Ich bin nämlich auch nicht in eine Familie hineingewachsen, die mir Traditionen vorgelebt und gezeigt hat, was Qualität und Stil sind.

Als erste Akademikerin in der Familie muss ich mich viel informieren, was Qualität, was zeitlose, langlebige Eleganz ist. Welche Fashion-Vorbilder soll ich haben? Welche Marken sind beständig bezüglich des klassisch-alterslosen/konservativen Stils bzw. trendresistent?

Vielleicht kannst du mir weiterhelfen!

Liebe Grüße

Sophie

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Jackie Kennedy – American Royalty

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Wie trägt man Hut? Ein kleiner Guide für den stilvollen Auftritt

Schon seit einiger Zeit wollte ich einen kleinen Hut-Guide schreiben, und da ich kürzlich gefragt wurde, ob es irgendwelche speziellen Regeln beim Huttragen gibt, will ich gleich versuchen, ein bisschen Werbung für die schönen Kopfbedeckungen zu machen. Ein Hut oder Fascinator veredelt doch jedes Outfit und verleiht einem das gewisse Extra, chic und klassisch zugleich.

Doch wie trägt man Hut? Hüte, die schräg geschnitten sind, setzt man immer so auf, dass die linke Gesichtshälfte frei bleibt, das heißt, man zieht den Hut ein bisschen auf die rechte Seite herunter. Das hat rein historische Gründe. Früher ging der Mann stets links, und man wollte ihm ja schließlich nicht die bedeckte Seite zuwenden. Näheres könnt ihr in meinem Artikel „Dresscode: Cutaway“ nachlesen. Tatsächlich habe ich aber auch schon Hüte gesehen, die so geschnitten waren, dass man sie linksseitig tragen muss.

Was die Etikette betrifft, haben es die Damen leicht: sie dürfen den Hut immer aufbehalten, auch drinnen, was natürlich besonders für die Kirche (Hochzeit!) gilt. Der Hut ist Bestandteil der Kleidung, und es ist auch gar nicht erwünscht, ihn abzulegen, ist doch die Frisur dann mitunter ein bisschen plattgedrückt. Auch beim Hochzeitsessen beispielsweise kann er aufbehalten werden, es sei denn, er ist allzu groß und damit eine echte Behinderung. Wenn die Dame sich bei einem Empfang abends nicht umziehen und neu frisieren kann, ist es sogar erlaubt, den Hut dann noch aufzubehalten. Eine Ausnahme gibt es beim Theaterbesuch, im Kino, im Konzert. Da würde ein Damenhut die Sicht der weiter hinten Sitzenden erheblich stören, darum bitte absetzen. Regen- und Sonnenhüte werden auch immer abgelegt.

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Mein absoluter Lieblingshut!

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Die Geschichte der Strumpfhose

Habt ihr gewusst, dass es schon seit ungefähr fünfhundert Jahren Strumpfhosen gibt? Ja, wirklich, es ist keine Erfindung des letzten Jahrhunderts, die Beine mit einer dünnen Schicht zu umhüllen. Im Mittelalter fanden sich schon die sogenannten Beinlinge aus gewebtem Stoff; Strümpfe, die am Gürtel befestigt wurden. Erst später nähte man einen Zwickel dazwischen. Im Laufe der Zeit wurden die Strumpfhosen dann gewirkt bzw. gestrickt, und auch Frauen begannen sie zu tragen. Man muss aber sagen, dass die Abgrenzung zu langen Unterhosen oder Hosen nicht so einfach ist.

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts startete man mit der industriellen Produktion von Strumpfwaren aus synthetischen Fasern, den Nylonstrümpfen. Die Strumpfhose hat seitdem zweifellos ihren Siegeszug angetreten. Dünne Exemplare (die Stärke einer Strumpfhose wird in DEN angegeben), blickdichte, hautfarbene, bunt gemusterte, Netzstrumpfhosen, Strümpfe mit Naht, matte oder glänzende, zehenlose: der Phantasie, dem Modebewusstsein oder vielmehr dem Wagemut der Trägerin  sind keine Grenzen gesetzt.

Soweit zur Geschichte der Strumpfhose, die ihr auch andernorts im Netz nachlesen könnt. Doch dies wäre kein Stilblog, wenn es nicht hauptsächlich um Fragen des Stils und der Etikette ginge.

Die Geschichte der Strumpfhose

Ist das eine zehenfreie Netzstrumpfhose mit Muster oder eine Tätowierung? Egal, auf jeden Fall ein hübsches Bildchen und entzückende Schuhe ;-)

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