Der britische Adel

Eines der wenigen Länder, in dem auch heute noch Nobilitierungen auf Vorschlag des Premierministers, stattfinden, ist Großbritannien. Zweifelsohne geht von der Adelsthematik eine große Faszination aus, was sich an der Beliebtheit von Klatschmagazinen, Adelssendungen  im TV à la „Zu Gast bei Graf XY“, eigenen Blogs mit dem Thema „Was trägt welche Herzogin“, unzähligen Büchern, Filmen über Monarchen und Adelige sowie an der aktuellen Serie „The Crown“, die das Leben von Queen Elizabeth II. zum Thema hat, zeigt.

In Großbritannien existiert noch immer eine Klassengesellschaft, wie man sie kaum anderorts in Europa findet, deshalb möchte ich mich heute mit dem britischen Adel beschäftigen. Unverheiratete adelige Männer gelten in England übrigens als die begehrtesten Junggesellen, und es gibt noch immer etliche! In Julian Fellowes‘ Buch „Snobs“ können interessierte Fräuleins nachlesen, wie man sich einen angelt bzw. was man besser unterlässt ;-)  Eine Rezension des Romans findet ihr auf meinem Blog. Schaut einfach hier. Passend zu diesem Artikel ist auch mein Beitrag „Der Sloane Ranger – Vertreter der britischen Upper Class

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Blenheim Palace in Oxfordshire – eines der größten und bekanntesten Schlösser Englands, für John Churchill, 1. Duke of Marlborough, erbaut.

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The British Season – Teil 2

Miss Kate, die Expertin für den British Upper Class Lifestyle, schreibt in ihrer Kolumne über die British Season. Heute geht es weiter mit Teil 2. Habt ihr den ersten Teil verpasst? Dann geht’s hier lang. Kate’s bezaubernden Blog, der sich mit dem englischen Lebensstil befasst, könnt ihr hier sehen. Aber nun begeben wir uns mit ihr ins London der Gegenwart. Vorhang auf für die British Season, die zweite!

The British Season von Miss Kate

Die meisten Veranstaltungen haben in der Tat schon eine jahrhundertealte Tradition, beispielsweise die Henley Royal Regatta seit 1839, The Derby seit 1780 (DAS klassische Pferderennen, in den USA als Epsom Derby bekannt). Royal Ascot blickt auf eine 300-jährige Tradition zurück. Die Regeln sind in etwa die gleichen geblieben.

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Zur British Season gehört auch das Pferderennen in Ascot – hier die Royal Enclosure. Die Herren tragen Cut und Zylinder, die Damen ein knielanges Ensemble und Hut bzw. Fascinator. Näheres gibt’s in meinem Artikel Dresscode Cutaway.

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Schuluniform und College-Look

Erst kürzlich habe ich euch einen neuen Herbsttrend, den College-Look, vorgestellt. Nun seht ihr meine Interpretation dieses Stils. Anlässlich eines Ausflugs mit Familie und Freunden blieb auch Zeit für ein kleines Fotoshooting.

Mit Privatschulen und Eliteuniversitäten verbindet man meist einen ganz bestimmten Look, auch wenn Schuluniformen an manchen Instituten nur zu offiziellen Anlässen getragen werden und ansonsten ein (in)offizieller Dresscode, der lediglich gepflegte, ordentliche Kleidung vorschreibt, herrscht. In anderen trägt man die Uniform hingegen täglich. Mit dem ein wenig an eine Schuluniform erinnernden Outfit „Jeans, dunkelblauer Pullover und weiße Bluse“ ist man aber auch abseits von Salem, Beau Soleil, Eton, Le Rosey oder dem Sacré Cœur gut angezogen.

Shooting by Nicolai Ehrenreich-Schuluniform7

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Claires Bibliothek: The Official Sloane Ranger Handbook

Auf meinem Blog habt ihr bereits einiges über den Sloane Ranger und seinen Style lesen können. Das Buch „Cooler Faster More Expensive: The Return of the Sloane Ranger“ von Peter York und Olivia Stewart-Liberty habe ich einer scharfen Kritik unterzogen. Heute möchte ich mich aber mit den ursprünglichen Büchern, dem „Official Sloane Ranger Handbook. The First Guide to What Really Matters in Life“ und dem „Official Sloane Ranger Diary“ von Peter York und Ann Barr beschäftigen.

Das englischsprachige „Official Sloane Ranger Handbook“ ist 1982 als Paperback bei Harpers&Queen erschienen und umfasst 157 Seiten. Das „Official Sloane Ranger Diary“ folgte ein Jahr später beim gleichen Verlag und hat 127 Seiten.Countess Claire -The Official Sloane Ranger Handbook Weiterlesen

Claires Bibliothek: Cooler Faster More Expensive: The Return of the Sloane Ranger

Nur der Vollständigkeit halber, aber keinesfalls aus Überzeugung, stelle ich euch heute das Buch „Cooler Faster More Expensive: The Return of the Sloane Ranger“ von Peter York und Olivia Stewart-Liberty vor.

Peter York versucht mit diesem Buch, an seinen, mit Co-Autorin Ann Barr in den Achtzigern geschriebenen Erfolg „The Sloane Ranger Handbook“ anzuknüpfen, scheitert durch seine arrogante Art aber schon auf den ersten Seiten. Es scheint nämlich, als würde er die Sloanes aus irgendeinem Grund mit völlig versnobten, neureichen und stillosen Angehörigen des Geldadels, den russischen Oligarchen und It-Girls/Celebrities verwechseln. Die „Plutocrats, Russian Oligarchs, Celebrities“ (O-Ton Peter York) werden immer wieder erwähnt und als Inbegriff von Stil, Klasse und Kultiviertheit angesehen.

Countess Claire - Cooler Faster More Expensive

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Styling-Regeln für den Sloane Ranger

Als Ergänzung zu meinem Artikel „Der Sloane Ranger – Vertreter der britischen Upper Class“ könnte ihr heute noch genau nachlesen, wie sich der weibliche Sloane Ranger stylt und welche Marken er trägt.

Seitdem der Stil des Sloane Ranger in den Achtzigerjahren erstmals beschrieben worden ist, hat sich zwar einiges geändert, besonders die Schnitte der Kleidungsstücke (früher möglichst weit, damit man die weibliche Figur nicht erkennt) wurden modifiziert, die Basics sind aber gleich geblieben.

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Ein modernes Sloane Ranger Styling von Really Wild Clothing.

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Der Sloane Ranger – Vertreter der britischen Upper Class

Liebe Leserinnen, es ist wieder Zeit für Wissen, ohne das man unmöglich durchs Leben kommt: heute könnte ihr daher meinen lange angekündigten Artikel über den Sloane Ranger lesen.

Der Begriff „Sloane Ranger“ wurde erstmals Anfang der Achtzigerjahre verwendet, als die Autoren Ann Barr und Peter York in ihrem „Official Sloane Ranger Handbook“ dem Stereotyp des Angehörigen der britischen Ober- bzw. oberen Mittelschicht erstmals einen Namen gaben. Zusammengesetzt aus Sloane – der noble Londoner Sloane Square zwischen den eleganten Stadtteilen Chelsea, Belgravia und Knightsbridge, und Lone Ranger – einem beliebten TV-Charakter der Fünfziger.

Was es etwas schwierig macht, den Sloane Ranger zu erklären, ist zum einen eine gewisse Widersprüchlichkeit: dieser gesellschaftliche Typus verstand sich in seinen Anfängen als der Upper bzw. Upper Middle Class angehörig, nicht unbedingt aber dem Adel. Im Gegenteil, Barr und York beschreiben den typischen Sloane Ranger als „second in command„, dem Adel meist nur vage verbunden. Ein jüngerer Sohn eines Adeligen, eine Nebenlinie, jede noch so entfernte Verbindung zum Adel rechtfertigte den Glauben an die eigene Erhabenheit. Und falls man keine Verbindung zu einer illustren Familie gefunden hatte, empfahl und empfiehlt sich noch immer eine Heirat. Das Paradoxe ist aber, dass ausgerechnet die verstorbene Prinzessin Diana vor und in den Anfangsjahren ihrer Ehe als der typische Sloane Ranger galt, obwohl sie als Tochter eines Earls dem Hochadel alles andere als nur vage verbunden war.

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Zwei typische Sloane Ranger in typischen Outfits von Really Wild Clothing.

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