The British Season – Teil 2

Miss Kate, die Expertin für den British Upper Class Lifestyle, schreibt in ihrer Kolumne über die British Season. Heute geht es weiter mit Teil 2. Habt ihr den ersten Teil verpasst? Dann geht’s hier lang. Kate’s bezaubernden Blog, der sich mit dem englischen Lebensstil befasst, könnt ihr hier sehen. Aber nun begeben wir uns mit ihr ins London der Gegenwart. Vorhang auf für die British Season, die zweite!

The British Season von Miss Kate

Die meisten Veranstaltungen haben in der Tat schon eine jahrhundertealte Tradition, beispielsweise die Henley Royal Regatta seit 1839, The Derby seit 1780 (DAS klassische Pferderennen, in den USA als Epsom Derby bekannt). Royal Ascot blickt auf eine 300-jährige Tradition zurück. Die Regeln sind in etwa die gleichen geblieben.

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Zur British Season gehört auch das Pferderennen in Ascot – hier die Royal Enclosure. Die Herren tragen Cut und Zylinder, die Damen ein knielanges Ensemble und Hut bzw. Fascinator. Näheres gibt’s in meinem Artikel Dresscode Cutaway.

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The British Season – Teil 1

Miss Kate, die Expertin für den British Upper Class Lifestyle, schreibt heute in ihrer Kolumne über die British Season. Ihren bezaubernden Blog, der sich mit dem englischen Lebensstil befasst, könnt ihr hier sehen. Aber nun begeben wir uns mit ihr auf eine kleine Zeitreise ins London der vergangenen Jahrhunderte.

The British Season von Miss Kate

Die „British Season“ vereint alles, was man sich als junges Mädchen, das alljährlich beim Wiener Opernball vor dem Fernsehgerät mit debütierte, für den Sommer an Unterhaltungsprogramm gewünscht hat, umgeben von gut situierten jungen Damen und Herren.

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Damen der Londoner Society auf einem Cartoon im Harper’s Bazaar, ca. 1870: Wer wird vorgestellt, wer ist daheim geblieben, wer wird brillieren, wer wird siegen oder untergehen, und wer hat sein Debüt schon letzte Saison gegeben?

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Das englische Picknick – Teil 2

Wie sieht ein stilvolles Picknick aus? Unsere British Upper Class Expertin Katrin alias Miss Kate erklärt’s heute im zweiten Teil. Habt ihr Teil 1 verpasst? Hier geht’s lang!

Miss Kate: „Die Vorstellung der perfekten Art zu picknicken ist individuell sehr verschieden. Eines schönen Sommers hatte ich während meines zweiten Studiums in Dresden Besuch von Freunden, also die perfekte Zeit, um abends an der Elbe mit Canalettoblick zu verweilen. Gedanklich polierte ich bereits geerbte Kristallgläser und packte die sorgfältig zubereiteten Kulinaritäten in die Körbe. Stattdessen wurde ich in meiner planerischen Euphorie von der „Rustikalität“ meiner Freunde eingeholt und sollte mich später mit Getränken, aus Flaschen konsumierend, auf einer Plastiktüte wiederfinden. Ich war pikiert!

Ich picknicke eben weder von Pappe noch von Plastik, es sei denn es lässt sich nicht umgehen. Aber bei diesem -ich nenne es einfach liebevoll- Gelage gab es ja noch nicht mal einen Pappbecher! Mit abgespreiztem kleinen Finger hielt ich die herumgereichte Flasche und schaute während des Nippens peinlich berührt um mich. Nicht, dass es irgendjemanden außer mich selbst interessiert hätte… Dabei wollte ich nichts anderes als meinen Freunden ein unvergessliches und stimmungsvolles Picknick an der Elbe zu bereiten, fest in der Überzeugung, dass meine Idealvorstellung sie ganz sicher umgehauen hätte! (Der Überzeugung bin ich übrigens immer noch, manche Leute müssen einfach zum Schönen gezwungen werden…!!)

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Wie wundervoll wäre es, hier im Park zu picknicken!

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Das englische Picknick – Teil 1

Ich freue mich sehr, dass sich Katrin alias Miss Kate, die Expertin für den British Upper Class Lifestyle, bereiterklärt hat, uns in die Geheimnisse des stilvollen Picknickens einzuweihen. Ihr hübsches Instagram-Profil könnt ihr hier sehen. Aber lassen wir sie gleich selbst erzählen:

Miss Kate: „How to picnic (or not)…

Längst ist wieder die Jahreszeit, in der der Picknickkorb aus den Tiefen der Speisekammer hervorgekramt werden kann. Was gibt es Herrlicheres, als unter freiem Himmel auf einer großen weichen Decke zu verweilen, dabei leichte Köstlichkeiten und ein Glas Wein zu genießen?

Goethe fasste es in meinem Lieblingszitat zusammen: „Mein Lieber, Du liegst im Gras, den Kopf im Nacken und schaust in den Himmel, in das Blau dort oben, wo die Wolken ziehen. Das ist vielleicht das Schönste, was Du in Deinem Leben getan und gesehen hast!“

Nicht nur Bauern und Reisende haben schon im Mittelalter ihre mitgebrachten Speisen im Freien verzehrt. Richtig populär wurde das Picknick zur Jahrhundertwende ins 19. Jahrhundert, als sich der Mensch wieder verstärkt mit der Natur verbunden fühlte und ihre Schönheit regelrecht aufsog. Die gehobenen Gesellschaftsschichten kultivierten das Essen unter freiem Himmel, es war immer ein Tagesereignis.

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Das Englische Landleben, Teil 2

Heute geht es weiter mit dem 2. Teil des amüsanten Berichts meiner Gastautorin Katrin alias Miss Kate über das englische Upper Class Leben auf dem Lande. Hab ihr den Anfang verpasst? Hier geht’s lang zum Teil 1.

Das Englische Landleben – Tradition und Skurillität

Katrin: „Hunting, shooting und fishing, Croquet und Federball auf dem hinteren Rasen, dazu Strohhüte und frische Limonade, das Landleben wie wir es uns heute oftmals vorstellen und kennen, wurde im frühen 20. Jahrhundert, in der Edwardianischen Epoche, geprägt. Zweifellos wird es heute vorzugsweise eben so zelebriert.

Das Englische Landleben könnte heute in der Tat malerisch sein, wäre da nicht die grundsätzliche Sorge der Gutsbesitzer, wie sie ihre Familiensitze unterhalten sollen. Natürlich besitzen sie Ländereien, sind aber längst nicht mehr alle so wohlhabend, wie es zuweilen gerne dargestellt wird. Das Herrschaftliche ist in der Vergangenheit nach den beiden großen Kriegen verblasst, als die teils millionenschweren Erbschaftssteuern zu zahlen waren. Ab da ging es bergab und das Landleben das wir aus Downton Abbey kennen, fand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein jähes Ende.

Das aus der gleichnamigen Fernsehserie als "Downton Abbey" bekannte Highclere Castle auf einer Fotografie von JB + UK_Planet.

Das aus der gleichnamigen Fernsehserie als „Downton Abbey“ bekannte Highclere Castle auf einer Fotografie von JB + UK_Planet.

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Das Englische Landleben, Teil 1

Wolltet ihr schon immer wissen, wie man in Englands Upper Class bzw. Upper Middle Class lebt? Dann seid ihr hier auf dem Blog genau richtig, denn wieder konnte ich eine liebe Kommentatorin als Gastautorin gewinnen. Katrin alias Miss Kate hat drei Jahre im englischen Derbyshire Architectural Conservation (Baudenkmalpflege) studiert und lernte daher viele Häuser kennen. Im Zuge ihres Studiums trat sie den „Young Georgians“ bei, einer Organisation für junge Architekturinteressierte, wo sie Gelegenheit hatte, viele der großen Anwesen zu besuchen. Es entstanden aber auch Freundschaften, durch die sie privat Zugang zu Gutshäusern auf dem Lande hatte. Hier findet ihr Katrins Instagram-Profil. Lassen wir sie selbst berichten:

Das Englische Landleben – Tradition und Skurrilität

Katrin: „Der in feinstem, makellosen Tweed mit Schlips und Kragen gekleidete Lord sitzt in der prall gefüllten Bibliothek seines jahrhundertealten gepflegten und trockenen Familiensitzes an seinem Schreibtisch und studiert alte Seekarten, als sein treuer Butler die gedeckte Teetafel im sonnigen Garten ankündigt, wo die Dame des Hauses bereits frisch gepflückte Rosen auf dem Beistelltisch neben den krustenfreien Sandwiches drapiert. Der Lord lustwandelt durch den Park auf seine Gattin zu und ärgert sich lediglich darüber, dass sich wider Erwarten leichte Wölkchen am Himmel zeigen.

Was sich uns bei Rosamunde Pilcher als perfektes englisches Landleben dargestellt wird, ist im wirklichen Leben nur die halbe Wahrheit. Wir finden zwar einen alten Familiensitz und auch den Herrn des Hauses in der Bibliothek an seinem Schreibtisch.

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Das englische Landhaus „Forde Abbey“ auf einer Fotografie von Henry Kellner.

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Claires Bibliothek: Christian Diors „Das kleine Buch der Mode“

So mancher von euch kennt sicherlich Amalia, die mit ihren charmanten, stil- und humorvollen Kommentaren öfters meinen Blog bereichert. Darum freut es mich sehr, dass ich sie für einen wunderbar zu lesenden, amüsanten Gastbeitrag gewinnen konnte. In der Serie Claires Bibliothek stellt sie „Das kleine Buch der Mode“ von Christian Dior vor:

Amalia: „Auf den Gedanken, mit Hilfe von wohlmeinender Ratgeberliteratur eine größere Nähe zur Kundin zu suchen, kamen nicht erst medienpräsente Populär-Designer wie beispielsweise Thomas Rath (Der Fashion Rath, 2013), Guido Maria Kretschmer (Anziehungskraft, 2013) oder gerade kürzlich Wolfgang Joop (Dresscode, 2015). Bereits in der Glanzzeit der haute couture gab Christian Dior seinen Kundinnen einen kleinen Leitfaden an die Hand, während er sie mit der verschwenderischen Stofffülle des New Look umgab oder, falls die Kaufkraft etwas weniger ausgeprägt war, zumindest mit einem Hauch des wunderbaren Miss Dior (1947). Der Verlag Eden Books nahm Das kleine Buch der Mode, das erstmals 1954 erschien, im vergangenen Jahr in neuer Übersetzung in sein Programm auf. Dior gibt darin kurz, prägnant und alphabetisch geordnet von „Abnäher“ bis „Zobel“ Tipps zu grundlegenden Fragen von Mode und Stil.

Countess Claire Dior Amalia-_-6 Weiterlesen