Dos und Don’ts bei der Firmen-Weihnachtsfeier

Die eigentlich besinnliche Adventszeit ist oft dichtgepackt mit vielen Terminen, voller Besorgnis blickt man auf die jährliche Firmen-Weihnachtsfeier und überlegt schon lange im Voraus, was man alles beachten sollte. Es gibt ja schließlich kaum einen beruflichen Anlass, an dem man sich einerseits ein wenig von seiner privaten Seite zeigen kann, man sich andererseits aber derart blamieren kann, dass man sich in den Tagen nach dem Fest kaum mehr ins Büro traut.

Dabei gibt es ein paar ganz einfache und selbstverständlich erscheinende Dinge, die einem das Überstehen der Firmen-Weihnachtsfeier erleichtern.

weihnachtsfeier

Erscheinen

Oberstes Gebot ist es, pünktlich auf der Weihnachtsfeier zu erscheinen. Ist auch der Partner eingeladen, der aber nicht teilnehmen will, sollte man dies gut begründen.

Dresscode

Der Dresscode richtet sich einerseits nach der Firmenkultur an sich, andererseits nach der Location. Wird in den Büroräumlichkeiten gefeiert und ist der Dresscode im Arbeitsalltag leger, wird auch nicht erwartet, dass man in Abendgarderobe zur Weihnachtsfeier kommt.

Findet der Event allerdings in einem schönen Restaurant statt, sollte es selbstverständlich sein, sich auch um ein dementsprechendes Outfit zu bemühen. Bei den Damen passt das kleine Schwarze in Kombination mit Pumps und Clutch immer, Herren wählen einen dunklen Anzug. Tabu sind zu kurze Röcke, zu viel Dekolleté sowie zu viel Schmuck.

Alkohol und Essen

Ein Zuviel an Alkohol sollte man tunlichst vermeiden! Es gibt auch den Tag nach der Feier, und man möchte schließlich nicht Firmengespräch sein, sondern sich auch weiterhin sehen lassen können, ohne Erinnerungen an peinliche Situationen wachzurufen.

Gibt es ein Buffet, lädt man sich nicht Berge von Essen auf. Man will keinesfalls den Anschein erwecken, zu völlern, weil es gratis ist. Was die allgemeinen Tischmanieren betrifft, verweise ich auf meine Artikel „Tischsitten oder die Kunst, sich bei Tisch richtig zu benehmen Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Smalltalk, Netzwerken

Eine Firmen-Weihnachtsfeier ist eine hervorragende Gelegenheit, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Unverfänglicher Smalltalk ist immer erwünscht, allzu Schwerwiegendes, Persönliches, Lästern über Kollegen, Beschwerden über schlechtes Essen etc. ist nicht angebracht.

Beim Netzwerken gilt es, das richtige Maß zu finden. Ein Zuviel kann nämlich schnell überehrgeizig wirken. Andererseits ist dieser Abend prädestiniert dafür, sich die Möglichkeit für neue Netzwerke zu eröffnen, indem man das Gespräch auch mit jenen, mit denen man sonst wenig zu tun hat, sucht. Grüppchenbildung wird ebenfalls nicht gern gesehen.

Gehalt

Dieser Abend ist keinesfalls der richtige Anlass, um finanzielle Themen zu diskutieren oder gar auf eine schon längst fällige Gehaltserhöhung hinzuweisen.

Verbrüderung mit Vorgesetzten

Ein absolutes No-Go ist die Verbrüderung mit Vorgesetzten, die Firmen-Hierarchie gilt nämlich auch außerhalb des Büros. Niemals sollte man jemanden ungefragt duzen. Bietet ein Vorgesetzter das Du-Wort an, ist es ratsam, den nächsten Arbeitstag abzuwarten und sich zu vergewissern, dass dieses Angebot noch immer gilt. Dazu könnt ihr auch in meinem Beitrag „Knigge-Regeln: Wer bietet wem das Du an?“ nachlesen. Selbstverständlich sollte auch jegliche Art von plumper Vertraulichkeit vermieden werden!

Allgemeines Benehmen

Man soll generell nicht den Clown spielen oder durch peinliche Tanzschritte aus der Rolle fallen.
Vorgesetzte nehmen selbstverständlich an der Feier teil, wechseln öfters den Tisch und plaudern möglichst mit allen. Das fördert den Zusammenhalt. Bevorzugung von Personen gilt nicht.
Reden: Es werden vielleicht feierliche Reden gehalten. Für den Redner gilt, sich kurz zu fassen, es soll ja gefeiert werden. Die Andacht findet dann zu Weihnachten in der Kirche statt. Die Zuhörer verkneifen sich Zwischenrufe und harren geduldig dem Ende der Ausführungen des Redners und versuchen in dieser Zeit nicht schon das Buffet zu plündern.

Verabschiedung zum richtigen Zeitpunkt

Wann der beste Zeitpunkt ist, die Feier zu verlassen, hängt unter anderem davon ab, ob am nächsten Tag gearbeitet wird oder nicht. Generell ist es nie verkehrt, eine allgemeine Aufbruchsstimmung zu nutzen bzw. sich an den Kollegen zu orientieren.

Fazit

Der wichtigste Rat ist, die richtige Balance zwischen Vergnügen und Pflicht zu finden. Nun bleibt mir nur noch, euch viel Spaß bei eurer Firmen-Weihnachtsfeier zu wünschen!

Habt ihr die Weihnachtsfeier schon hinter euch gebracht? Wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

2 Gedanken zu „Dos und Don’ts bei der Firmen-Weihnachtsfeier

  1. Werte Countess
    Myladies, Gentlemen

    Alle Jahre wieder.
    Und alle Jahr schmunzel ich über die verschiedenen Benimmtipps in den verschiedensten Blog, Foren, Ratgebern.
    Offensichtlich können sich in unserer Zeit Menschen auf Gesellschaften nicht mehr bewegen ohne in ein Fettnapf zu treten.

    Meine Tipps: Bleiben Sie natürlich und trinken Sie keinen Alkohol

    Mein Tipp an Redner:
    „Tritt frisch auf, mach’s Maul auf, hör bald auf!“ (Martin Luther, 1483 – 1546)

    Hochachtungsvollst
    The Major

  2. Liebe Claire,
    ich bin schon seit Jahren Hausfrau, aber als ich Deinen Post las, kamen wir sofort wieder unangenehme Erinnerungen. Mehr als einmal bekam ich direkte anzügliche Aufforderungen von Kollegen. Alles Menschen mit denen ich auf der Weihnachtsfeier zusammen sein mußte, bis es eine angemessene Zeit war, zu gehen. Sie ihrerseits waren sehr betrunken und am nächsten Tag war es den „Herren“ ungeheuer peinlich. Danach galt ich in der Abteilung als Eisklotz, weil ich nicht so dem Alkohol zugetan bin und nicht „locker“ war. Ein sehr netter älterer Kollege hat mir auch beschwipst das Du angeboten und ihn habe ich seitdem immer geduzt. Das gab ein sehr nettes Vertrauensverhältnis, aber mit Respekt.
    Ich rate allen Ladies Deinen Ratschlägen zu folgen, oder plötzlich krank zu werden, damit man den Belästigungen aus dem Weg geht.
    Übrigens ist mir aufgefallen, wenn mein Mann Weihnachtsfeier hat, das das immer direkt nach den Bürostunden stattfindet und er so bleibt wie er ist, genau wie die meisten seiner Kolleginnen. In der Schweiz aber, wo wir lange lebten, hatten die Damen ihre Cocktail-und Abendkleider mit Accessoires ins Büro mitgenommen und er seinen Smoking. Alles zog sich um und danach ging es zum chicen Restaurant, ganz festlich. Wie sich doch die Mentalitäten unterscheiden, denn mein Mann arbeitet in der gleichen Firma wie damals in der Schweiz. Und ganz zum Schluß, mein Sohn hat in England gelebt und mir erzählt, eine Christmas Party sei nur gut, wenn alle ganz viel trinken und tanzen usw.. Die Engländer seien berüchtigt für ihren dicken Kopf am nächsten Tag. Da ist es für die Ladies schwer, sich angemessen zu verhalten.

    Liebe Grüße und für Dich nicht allzu anstrengende Festtage!
    Sabine S.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.