Was trägt man in Salzburg? Teil 1

Heute möchte ich euch die Frage „Was trägt man in Salzburg?“ beantworten. Ich denke, viele von euch werden schon einmal diese wunderschöne Stadt gesehen haben oder planen zumindest, dies in naher Zukunft zu tun. Ich kann es euch wirklich sehr ans Herz legen, der Mozartstadt einmal einen Besuch abzustatten. Ich habe selbst kürzlich wieder ein paar Tage in Salzburg verbracht und zeige euch zu den Outfitfotos auch gleich ein paar Sehenswürdigkeiten.

Doch wie sieht eigentlich der Kleidungsstil der Salzburgerin aus? Viele Einheimische tragen natürlich den Einheitslook von H&M, Pimkie oder Zara, bestenfalls individualisiert mit einem überlangen schlauchartigen Gebilde um den Hals. Diesbezüglich gibt es gar keinen Unterschied zu jeder beliebigen Stadt im Herzen Europas.

Ein gepflegtes Auftreten mit dementsprechenden Look, ich nenne ihn einfach einmal „Preppy Style meets Tracht“ ist aber auch sehr beliebt und typisch für die Salzburger Lady.

Im Park von Schloss Hellbrunn

Gerade bei diesem Outfitposting wollte ich euch obige Kombination mit einem knielangen geblümten Rock in A-Form zeigen, ein kurzer Schritt vor die Haustür hat mich aber davor bewahrt, einen „Marilyn-Monroe-Moment“ zu haben und ich habe dann doch lieber zur Jeans gegriffen. In Salzburg kann das Wetter nämlich innerhalb weniger Minuten umschwanken, und aus einem sonnig warmen Tag wird plötzlich einer mit heftigen Windböen oder dem berühmten Salzburger Schnürlregen, einem besonders fein sprühenden  Nieselregen. Darum hat man in Salzburg immer einen Regenschirm dabei, und zwar keinen stilvollen Stockschirm (außer es regnet schon, wenn man das Haus verlässt), sondern einen möglichst kleinen und leichten Knirps, den man bequem  in der Handtasche verstauen kann.

Aber nun zum Outfit: Ich habe ja schon erwähnt, dass man den Salzburger Stil am besten mit „Preppy Style meets Tracht“ umschreiben kann.

Die Damen tragen gern Blusen, bei denen man, sobald die Sonne wieder hervorkommt, die Ärmel hochkrempelt. Darüber sieht man meistens Jacken oder Westen, zum Beispiel Trachtenwesten im Linksstrick, wie ihr auf den Fotos sehen könnt, oder taillierte Blazer – sehr oft im Trachtenstil . Dazu passt immer ein buntes Tuch oder wenn es kühl ist, ein Cape aus Wollstoff oder Loden. Irgendeine schmale Chino oder Jeans, und fertig ist der Look. Am liebsten trägt die Salzburgerin Ballerinas und statt der Handtasche einen Korb, zumindest falls samstags noch ein Besuch am Grünmarkt ansteht.

Der gepflegte Herr wirft sich am liebsten in die kurze Lederhose. Damit es aber nicht gar zu trachtig wird und es auch in den Alltag passt, wird das Ganze nicht förmlich mit Weste und Trachtensakko kombiniert, sondern einfach nur mit einem karierten Hemd, bei dem man ebenfalls wieder die Ärmel hochkrempelt, oder einem Kurzarm-Poloshirt. Dazu trägt der junge Salzburger Timberlands – die Socken sollten aber bitte nicht sichtbar sein.

Wer sich eine Spur mehr preppy kleiden will, wählt statt der Lederhose eine Chino (gern auch farbig) und ein Polo (ein hochgestellter Kragen ist fast Salzburger Standard, ein bisschen klischeehaft schnöselig darf es schon sein). Dazu einen lässig über die Schultern gelegten Pullover – es könnte ja kalt werden. Segelschuhe komplettieren das Outfit.

Ich hoffe, ihr habt jetzt einen kleinen Einblick in die Garderobe der Salzburger Lady bzw. des Salzburger Gentlemans bekommen. Demnächst geht es weiter mit dem Artikel „Was trägt man in Salzburg? Teil 2„, bei dem ihr ein typisches Jacke-Rock-Outfit sehen könnt.

Und ihr dürft euch auf einen „Salzburg präsentiert sich“  , bei dem ihr auch abseits der Touristenpfade wandern könnt, freuen.

Falls ein Besuch der Salzburger Festspiele ansteht, schaut einfach auf meine Artikel „Meine Outfits für die Salzburger Festspiele“ und „Frage an Claire: Outfit für die Salzburger Festspiele?

Der Salzburger Dom – während der Festspielsaison wird auf dem Domplatz eine Tribüne für den „Jedermann“ aufgebaut.

Ein Blick vom M32 am Mönchsberg auf die Stadt – rechts im Hintergrund die Festung Hohensalzburg – leider von mir verdeckt.

Schloss Hellbrunn – vor den Toren Salzburgs im 17. Jahrhundert von Fürsterzbischof Markus Sittikus erbaut.

Details meines Outfits

Nun ist die Festung Hohensalzburg zu sehen ;-)

Mokassins statt Ballerinas sieht man häufig.

Ein Selfie vorm Residenzbrunnen darf auch nicht fehlen – meinen Mann habe ich einfach weggeschnitten ;-)

Die berühmten Hellbrunner Wasserspiele – sehenswert! Foto Pedro J. Pacheco

Wart ihr schon einmal in Salzburg? Ist euch der typisch Salzburger Kleidungsstil aufgefallen?

11 Gedanken zu „Was trägt man in Salzburg? Teil 1

  1. Liebe Claire, Die Fotos sind wunderschön und machen richtig Lust endlich malfach Salzburg zu fahren. Deshalb kann ich nix zum Salzburger Stil sagen, aber „preppy meets Tracht“ macht irgendwie Sinn.
    Deine Susa

  2. Liebe Claire,

    vielen Dank für deinen schönen Beitrag zum Salzburger Kleidungsstil! „Preppy Style meets Tracht“ ist eine wirklich anschauliche Formulierung, und so habe ich den Gewandstil dieser Stadt auch in Erinnerung. Ich stelle oft bei Besuchen fest, dass man mit den von dir genannten Schlüsselkleidungsstücken immer passend angezogen ist und sich eigentlich nur die Accessoires ändern. Variieren und auf dem neuesten Stand bleiben kann man auch gut mit Schmuck – über die Jahre habe ich Korallencolliers, Jaderinge mit Halbedelsteinen oder Vintageohrringe in den diversen Geschäften rund um Kollegienkirche oder S.-Haffner-Gasse bewundert (und gekauft…).
    Beste Grüße und ich freue mich auf Teil 2 !
    Sanne

    • Liebe Sanne,
      Es freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. Du hast ganz Recht, mit Schmuck kann man auch viel Abwechslung schaffen. Teil 2 ist schon in Arbeit!
      Liebe Grüße
      Claire

  3. Liebe Claire,
    das ist ein wirklich schöner und treffender Artikel über den Salzburger Kleidungsstil. Ich habe mich vor etlichen Jahren in Salzburg (und einen Salzburger) verliebt und habe das Glück hier leben zu dürfen. Sicher hat auch der Kleidungsstil für mich als Janker- und Dirndlliebhaberin dazu beigetragen, dass ich mich von Anfang an wohlgefühlt habe.

    Einen Großteil des Jahres „lebe“ ich gleichsam in den beschriebenen Trachtenwesten. M.E. „verdrängen“ diese die klassischen Jägerleinen- und Lodenjanker fast ein bisschen. Die Janker werden aber auch von Touristen während der verschiedenen Festspiele häufig und meist auch sehr stilvoll kombiniert getragen. Die „anspruchsvolle Klassik“ (mit Hirschlogo) einer Salzburger Designerin hat m.E. das Straßenbild auch etwas verändert – toll bedruckte Röcke und Wickelröcke sind häufig zu sehen. Und im Sommer natürlich viele schöne Dirndl, die ganz ungezwungen als Alltagskleidung getragen werden.
    Daneben prägt auch der italienische Chic das Stadtbild – eine Boutique in der Getreidegasse ist dazu stilprägend und dort haben sie auch wunderschöne Blusen in allen Facetten!!

    Auf jeden Fall macht es immer Spaß, durch die Stadt zu schlendern und so viele gut gekleidete Leute zu sehen. In Verbindung mit der einzigartigen Kulisse Salzburgs ein wirklicher optischer Hochgenuss.

    Liebe Grüße aus Salzburg
    Bavaria

    • Liebe Bavaria,
      Schön, dass dich der Artikel anspricht und du in Salzburg leben darfst! Ich wohnen ja am wunderbaren Zürichsee und bin leider schon viel zu selten in Salzburg.
      Über (Wickel-) Röcke und Dirndl werde ich im nächsten Beitrag schreiben. Der Salzburger Stil ist auch mein Favorit in Österreich. Ich werde mal überlegen, welche Boutique du meinst;-) Beim Dantendorfer kann man auch viel Passendes finden.
      Liebe Grüße,
      Claire

      • Liebe Claire – a,

        da ich immer ein bisschen unsicher bin, ob Namen von Designern oder Geschäften genannt werden sollen, habe ich meinen Beitrag etwas „verschlüsselt“ geschrieben. Aber Dantendorfer war auch von mir gemeint. Und die „Anspruchsvolle Klassik“ von Andrea Eberle fasziniert mit tollen Röcken und Strickjacken – Verführungen gibt es in Salzburg schon fast zu viele!

        Einen schönen Sonntag und liebe Grüße
        Bavaria

        • Liebe Bavaria,

          Sicher kannst du das machen. Mein Blog ist zwar ganz bewusst werbungs-, kooperations- und sponsoringfrei, aber das bedeutet nicht, dass man nicht auch mal Markennamen oä, nennen darf.

          Liebe Grüße, Claire

  4. Liebe Claire,

    durch Zufall – beim Stöbern im Netz nach dem Preppy-Style- bin ich auf deine Seite gestoßen und direkt „hängengeblieben“. Sehr ansprechende Mode mit schönen Ideen zum Kombinieren. Freue mich nun immer wieder, Neues auf deiner Seite zu entdecken und für mich umzusetzen.

    Alles Gute wünscht
    Steffi

    • Liebe Steffi,
      Es freut mich wirklich sehr, dass du meinen Blog gefunden hast. Ich hoffe, du bekommst Inspirationen und entdeckst viele Artikel, die dir gefallen. Gerade über den Preppy Style habe ich ja schon viel geschrieben.
      Für Vorschläge zu neuen Beiträgen bin ich immer offen!
      Liebe Grüße,
      Claire

  5. Liebe Claire,
    ich bin in der glücklichen Lage in Salzburg wohnen und arbeiten zu dürfen und stimme Dir voll und ganz zu; Dirndl sind wieder modern geworden und erfreuen „meistens“ das Auge beim Betrachten. Ich bevorzugen den von Dir geschilderten klassischen Look und damit ist man einfach immer gut gekleidet,
    meinen Urlaub verbringe ich sehr gerne bei guten Freunden in der Schweiz am Genfer See, da bleibt mein „Salzburg Look“ zuhause, nächste Woche ist es wieder soweit, echte Mozartkugel sind immer als Gastgeschenk dabei,
    liebe Grüße aus Salzburg
    Gabriele

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