Claires Basisgarderobe: Schuhe, Teil 1

von Countess Claire

Inspiriert von meiner lieben Leserin Anna und ihrer „Frage an Claire“ bezüglich der Schuhklassiker gibt es heute einen neuen Artikel in der Rubrik „Claires Basisgarderobe„.

Im Teil 1 meiner Aufstellung über klassische Schuhe geht es um Loafer, Bootsschuhe, Mokassins, Wedges und Ballerinas. Wie und wann trägt man sie am besten, zu welchen Kleidungsstücken kombiniert man sie und welche Strümpfe oder Socken trägt man dazu?

 

Loafer,-Mokassins-und-Bootsschuhe

von links oben nach rechts unten: Loafer von Ralph Lauren, Mokassins von Gant, Bootsschuhe von Gant, Bootsschuhe von Ralph Lauren, Loafer von Ralph Lauren.

Loafer

Loafer sind Schlupfhalbschuhe mit Absatz, die Kappe ist allerdings höher gezogen als bei Ballerinas. Man nennt sie auch Collegeschuhe oder Slipper. In den 1930er Jahren waren sie an den amerikanischen Universitäten der Ivy League (lest hier: „Preppy Style: Der traditionelle Ostküsten-Lifestyle„) sehr beliebt. Daher kommt auch der Name Pennyloafer. Studenten steckten als Glücksbringer angeblich einen Penny in die Aussparung der Schaftbrücke über dem Rist. Loafer können auch von Männern getragen werden. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle (zB. Tasselloafer mit Ziersenkeln – Troddeln oder Pennyloafer mit querverlaufendem Schlitz in der Schaftbrücke über dem Rist).

Oft werden sie mit Mokassins verwechselt, Loafer haben aber eine Laufsohle und einen kleinen Absatz. Die Loafer auf obiger Collage sind für mich eher Mokassins, werden vom Hersteller aber ausdrücklich Loafer genannt, daher habe ich weiter unten noch ein Bild von klassischen Loafern eingefügt. Beliebte Hersteller sind Gucci, Sebago, Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und viele mehr.

Loafer sind weich, biegsam, sehr bequem und passen hauptsächlich im Freizeitbereich zu Hosen (Chinos, Skinnies), tragbar sind sie mit Socken in der Farbe der Schuhe oder hautfarbenen Strümpfen, man sieht sie aber auch sehr oft ohne Socken.

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Klassische Tasselloafer sind auch im halbformellen Businessbereich tragbar.

Mokassins

Der Mokassin, ein weicher Schlupfhalbschuh ohne Absatz, gilt als eines der ältesten Schuhmodelle der Welt, das schon die nordamerikanischen Ureinwohner trugen.

Mokassins werden aus weichen Schaftledern gefertigt, wodurch sie sehr anschmiegsam sind, der Fuß wird aber nicht gestützt, daher eignen sie sich nicht für längere Wegstrecken. Sie sind auch nicht wasserdicht.

Tragbar sind Mokassins ausschließlich im Freizeitbereich, meiner Meinung nach passen sie eher zu Hosen als zu Röcken und Kleidern. Komfort und Hygiene sprechen für Socken bzw. Strümpfe, stylemäßig muss man einwenden, dass sie barfuß getragen besser aussehen. Abhilfe können beim Rist höher geschnittene Füßlinge schaffen, aber diese darf man keinesfalls sehen.

Bootsschuhe

Bootsschuhe, auch Top-Sider genannt, sind strapazierfähige, salzwasserfeste Freizeit- und Sommerschuhe aus Leder. Geschnürt werden sie durch vier, manchmal auch sechs, Senkelösen, welche aus anlaufgeschütztem Messing sind. Durch das Sohlenprofil kann das Wasser ungehindert ablaufen, was sie für den Einsatz auf Segelbooten prädestiniert. Es sorgt auch für optimalen Halt auf einem glatten und nassen Deck.

Entwickelt wurde der erste Bootsschuh 1935 vom amerikanischen Hobbysegler Paul Sperry, bei der Allgemeinheit beliebt wurde er aber erst in den Achtzigerjahren. Nun gibt es die unterschiedlichsten Modelle, oft in braun, aber auch in bunten Farben. Die Sohle ist weiterhin meist weiß oder beige gehalten, wird aber heutzutage für den Alltagsbereich adaptiert durch eine Profilsohle. Beliebte Marken sind zB. Sperry, Sebago, Timberland (mit dünner bzw. Profilsohle) und Gant.

Einsetzbar sind sie im Freizeitbereich am besten zu Hosen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schuhen sind sie ausdrücklich dafür gemacht, sie barfuß zu tragen. Bei braunen Timberland’s mit Profilsohle finde ich jedoch braune Socken durchaus angemessen. Was aber gar nicht geht, ist, Bootsschuhe mit Feinstrümpfen zu tragen! Das passt nicht zum sportlichen Charakter dieses Schuhtyps.

Wedges

Wedges von links oben nach rechts unten: Lilly Pulitzer, Gant, Ralph Lauren.

Wedges

Zugegeben, die Sommersandalen mit dem keilförmigen Absatz sind nicht jedermanns Geschmack. Sie haben aber den großen Vorteil, dass sie zwar meist einen hohen Absatz aufweisen und dennoch sehr bequem sind. Wedges gibt es in vielen Formen, bei manchen ist die Zehenspitze offen, so wie beim Modell oben von Gant kann sie auch geschlossen sein.

Wedges kann man im Sommer zu allen Outfits kombinieren: Sie passen besonders gut zu Kleidern, Röcken, Skinnies, Chinos, Caprihosen und Bermudashorts im Preppy Style. Lest dazu auch meinen Artikel „Styling-Regeln für die Preppy Lady„.

Man trägt sie übrigens ausschließlich barfuß, es sei denn, man ist ein Model, das in schwarzen Wedges und weißen Söckchen über den Catwalk defiliert. Nagellack nicht vergessen!

Ich liebe Wedges im Sommer über alles, da sie chic und bequem sind. Erst kürzlich habe ich mir ein dunkelblaues Modell von Tommy Hilfiger gekauft.

Hierhierhier und hier seht ihr, wie ich meine Wedges kombiniere.

Ballerinas

Ballerinas von rechts oben nach links unten: Gant, Ralph Lauren, Gant, Elégance

Ballerinas

Ballerinas sind echte Schuhklassiker. Sie sind flach, einfach zum Hineinschlüpfen und verdanken ihren Namen den optisch sehr ähnlichen Ballettschuhen. Oft ist die Kappe mit einer Masche oder einer Spange, gern auch in Metallfarben, geschmückt, bei Farben und Mustern gibt es keine Grenzen, sie kommen in Glatt- oder Rauhleder. Beliebt sind besonders Two-Tone-Ballerinas. Populär wurden sie übrigens durch Audrey Hepburn und Brigitte Bardot.

Klassische Marken sind French Sole, Repetto, Pretty Ballerinas, Unützer, Chanel und Salvatore Ferragamo. Man trägt sie wiederum zu allem: Chinos, Capris, Shorts, Röckchen, Kleider, Jeans.

Auf die Gangart sollte man übrigens immer achten, wenn man Ballerinas trägt! Man kann sie mit hautfarbenen Strümpfen oder barfuß tragen, aber niemals mit Söckchen. Mit Ballerina-Füßlingen habe ich noch keine gute Erfahrungen gemacht, denn sie rutschen gern und meist sieht man sie doch. Man muss da, ebenso wie bei den Bootsschuhen, Mokassins und Loafern, seine persönliche Balance zwischen Komfort/Hygiene und Style finden.

Hier 
und hier trage ich meine Lieblingsballerinas.
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Nächste Woche folgt Teil 2 meines Artikels über die Schuhklassiker. Es folgen dann Sandalen und Sandaletten, Stiefel, Pumps, Peep Toes und Slingpumps.

Was sind für euch Klassiker in der Schuhmode und wie kombiniert ihr sie? Und wie steht ihr zu der Socken- bzw. keine Socken-Frage?

16 Kommentare

Sue 13. April 2014 - 11:47

Hallo,

ein sehr interessanter Artikel. Danke.

Ach ja, deine chicen Ballerinas…..(haben will), obwohl ich mich nicht so sehr in hellen Ballerinas sehe.

Mit Wedges habe ich so meine Probleme , sie dürfen bei mir nicht allzu hoch sein, ansonsten sehr chic.

Bei den Loafer mag ich nur die ganz schlichten ohne Trottel und co, also gaaaaanz langweilig, aber so schlicht, dass ist nun mal mein Geschmack.

Viele Grüße

Sue

Antworten
Countess Claire 14. April 2014 - 09:11

Liebe Sue,
Warum siehst du dich nicht in hellen Ballerinas? Denkst du, sie passen nicht zu deinen Outfits? Loafer habe ich selbst derzeit nur welche mit Absatz, die ganz klassischen sind mir zu klassisch ;-)
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Sue 18. April 2014 - 21:01

Hallo,

ich habe in meiner letzten Schwangerschaft Birkenstocks getragen, dies ist meinen Füßen nicht so gut bekommen, da ich auch noch jeweils 17 kg zugenommen hatte ….meine Füße sind dadurch etwas breiter geworden und hell bauscht ja auf , dunkel dagegen verkleinert. Ja, obwohl ich ja einige Helle Ballerinas super schön finde … habe schon mal geschaut, aber so tolle wie deine noch nicht gefunden.. verrätst du mir die Marke?

LG Sue

Antworten
Countess Claire 23. April 2014 - 11:55

Liebe Sue,
Ich habe auch schon gehört, dass die Birkenstocks nicht so gut für die Füße sein sollen.
Die Ballerinas sind von Artist in Zürich, die Marke ist aber nicht mehr lesbar, da sie schon älter sind ;-) Ich glaube aber, es ist irgendeine italienische.
Liebe Grüße,
Claire

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Lee 13. April 2014 - 13:49

Hallo,

ich finde super, dass Du dabei schreibst, für welche Outfits die Schuhe am besten passen!

LG
Lee

Antworten
Countess Claire 14. April 2014 - 09:09

Liebe Lee,
Freut mich, dass dir der Artikel gefällt!
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Lee 17. April 2014 - 12:07

Leider kann ich die meisten schicken Schuhe gar nicht anziehen, auch Loafers oder Ballerinas gehen nicht – das ist das Los wenn man Einlagen trägt. Aber anschauen tue ich sie trotzdem gern!

Antworten
Countess Claire 17. April 2014 - 15:56

Liebe Lee,
Die Gesundheit geht natürlich immer vor, und ich bin sicher, dass es auch für dich Schuhe, die mit Einlagen tragbar und trotzdem chic sind, gibt.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Stephanie 13. April 2014 - 18:54

Liebe Claire,

das ist ein super informativer Beitrag mit so vielen interessanten Details zu den Ursprüngen der jeweiligen Schuhform – wunderbar!

Ich selbst trage nur Ballerinas und Loafers mit hautfarbenen Feinstrümpfen (Ballerinas und Loafers) oder Socken in der Farbe der Schuhe (Loafers). Alle anderen genannten Schuhformen finde ich barfuß am besten. Mit Füßlingen habe ich bereits vor Jahren experimentiert, aber niemals welche gefunden, die nicht rutschen und/oder nicht sichtbar sind.

Bin schon gespannt, was Du über die weiteren Schuharten zu berichten weißt!

Herzliche Grüße von
Stephanie alias die Modeflüsterin

Antworten
Countess Claire 14. April 2014 - 09:15

Liebe Stephanie,
Danke für deinen Kommentar.
Ich bin fast ein bisschen erleichtert, dass eine Expertin wie du auch keine guten Erfahrungen mit diesen Füßlingen gemacht hat, denn ich dachte immer, es liegt an meinen Füßen oder der falschen Füßlingsauswahl, dass sie so rutschen und ich mich ihrer meist nach wenigen Metern zu Fuß völlig entnervt entledige.
Liebe Grüße,
Claire

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Monika 13. April 2014 - 19:50

Liebe Claire,
ein wunderschöner Artikel, mit vielen schönen Schuhen, die mir alle gut gefallen. Loafer, Mokassins und Ballerinas trage ich gerne, wenn ich lange auf den Beinen sein muss, bei Städtereisen oder beim Shoppen z.B. Bei den Füßlingen habe ich bis jetzt auch noch nicht die passenden für mich gefunden, ich behelfe mich gerne mit einer Barfuß- Einlegesohle.Ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Schuhserie!
Liebe Grüße
Monika
Styleworld40plus.blogspot.com

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Countess Claire 14. April 2014 - 09:12

Liebe Monika,
Danke für deine lieben Worte.
Diese Barfuß-Einlegesohlen habe ich auch schon ausprobiert, restlos überzeugt haben sie mich aber auch nicht. Ich werde sie einfach noch mal testen.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Anna 14. April 2014 - 09:49

Liebe Claire,

herzlichen Dank für diesen hervorragenden Beitrag!
Ich sehe nun eine echte Chance für mich, auch in meinem Alltag im wahrsten Sinne des Wortes, schick und trotzdem bequem „herumzulaufen“.
Prima!

Alles Gute für Dich!

LG, Anna

Antworten
Countess Claire 14. April 2014 - 10:43

Liebe Anna,
Ich freue mich, dass ich dich ein wenig inspirieren konnte! Du siehst, man kann auch mit flachen Absätzen chic aussehen, wenn man sie richtig kombiniert.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Lady Petite 17. April 2014 - 09:30

Hallo Claire!
Wunderbarer Artikel! Freu mich schon auf Nr. 2!
Vor allem, weil ich Schuhe liebe. Schuhe sind so wichtig für das richtige Styling und kann ein Outfit ab/auf-werten. Allein der richtige Schuh reicht aber nicht aus, den ein gepflegter Schuh komplettiert alles.

Für den Sommer sind auch für mich die bequemen Wedges als Absatz-Schuh unverzichtbar, meine gewählten Modelle kann ich alle barfuß tragen. Ich achte sehr auf das Material/Qualität. Bei den Ballerinas habe ich zwei verschiedene Qualitäten. Meine Sommer-Ballerinas haben eine Ledersohle und sind nach der Sacchetto-Machart gefertigt, daher auch barfuß ideal zu tragen. Die restlichen Ballerinas haben weder das eine noch das andere und sind daher bedenkenlos gut auch bei nassen Wetter zu tragen. Aber diese trage ich nie barfuß, sondern nur mit hautfarbenen Nylons oder bei schwarzen Ballerinas auch gern mit schwarzen Nylons. Söckchen/Socken trage ich nur bei Sportschuhen und Sneakers. Den Loafer mag ich gar nicht und von dem Bootschuhen habe ich zwei. Das ein paar ist für „Wasser-Urlaub“ und das andere sollte für die Freizeit sein. Aber irgenwie trage ich den nur im Garten bzw. als Hausschuh bzw. kurze Gassi runde. LG, Anita

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Countess Claire 17. April 2014 - 10:31

Liebe Anita,
Danke für deinen ausführlichen Kommentar!
Mir geht es ähnlich wie dir: Loafer mag ich nicht so gern, zumindest nicht die in der richtigen Loafer-Form (zB. Tasselloafer), da gefallen mir die mit Absatz – habe ich in cognacbraun – besser.
Liebe Grüße,
Claire

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