Die Geschichte der Strumpfhose

von Countess Claire

Habt ihr gewusst, dass es schon seit ungefähr fünfhundert Jahren Strumpfhosen gibt? Ja, wirklich, es ist keine Erfindung des letzten Jahrhunderts, die Beine mit einer dünnen Schicht zu umhüllen. Im Mittelalter fanden sich schon die sogenannten Beinlinge aus gewebtem Stoff; Strümpfe, die am Gürtel befestigt wurden. Erst später nähte man einen Zwickel dazwischen. Im Laufe der Zeit wurden die Strumpfhosen dann gewirkt bzw. gestrickt, und auch Frauen begannen sie zu tragen. Man muss aber sagen, dass die Abgrenzung zu langen Unterhosen oder Hosen nicht so einfach ist.

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts startete man mit der industriellen Produktion von Strumpfwaren aus synthetischen Fasern, den Nylonstrümpfen. Die Strumpfhose hat seitdem zweifellos ihren Siegeszug angetreten. Dünne Exemplare (die Stärke einer Strumpfhose wird in DEN angegeben), blickdichte, hautfarbene, bunt gemusterte, Netzstrumpfhosen, Strümpfe mit Naht, matte oder glänzende, zehenlose: der Phantasie, dem Modebewusstsein oder vielmehr dem Wagemut der Trägerin  sind keine Grenzen gesetzt.

Soweit zur Geschichte der Strumpfhose, die ihr auch andernorts im Netz nachlesen könnt. Doch dies wäre kein Stilblog, wenn es nicht hauptsächlich um Fragen des Stils und der Etikette ginge.

Die Geschichte der Strumpfhose

Ist das eine zehenfreie Netzstrumpfhose mit Muster oder eine Tätowierung? Egal, auf jeden Fall ein hübsches Bildchen und entzückende Schuhe ;-)

Verblüfft hat mich ein Kommentar auf einen vor langer Zeit geschriebenen Artikel, nackte Beine seien das einzig Wahre und Nylons ein absolutes No Go. Im Prinzip kann sich natürlich jeder kleiden, wie er möchte, doch ein paar grundlegende Etiketteregeln sollte man unbedingt beachten.

Im Business beispielsweise wäre es ein Fauxpas, auf Strumpfhosen zu verzichten, wenn man Röcke oder Kleider trägt. Auch im Hochsommer gibt es normalerweise keine Ausnahmen, außer der Arbeitgeber hat etwas Anderes festgelegt. Übrigens rate ich hier dringend von halterlosen Exemplaren oder solchen mit Strapsen ab.

Bei Hochzeiten, Taufen und anderen kirchlichen Festen würde ich ebenfalls davon absehen, nackte Haut zu zeigen, und zwar völlig unabhängig davon, ob die Beine perfekt sind oder nicht.

Dass man zu Slingpumps keine Strumpfhosen mit ausgeformtem Fersenteil trägt, sollte ebenso selbstverständlich sein wie das Weglassen von Nylons bei vorne offenen Schuhen wie zum Beispiel Sandalen oder auch Peeptoes. Bei letzteren sind aber blickdichte Exemplare oder solche aus Netz denkbar. Strumpfhosen ohne Zehenteil finde vielleicht nur ich etwas absurd, bisher bin ich aber noch nicht vom Gegenteil überzeugt worden.

Die Entscheidung für eine matte oder aber eine glänzende Strumpfhose liegt allein bei der Trägerin, grundsätzlich erscheinen die Beine aber in einer matten schlanker.

Und abschließend gibt es noch einen kleinen Tipp von mir: Kauft eure Strumpfhosen unbedingt im Fachhandel, sie sehen nicht nur besser aus und haben schönere Farben, sondern sind qualitativ wirklich hochwertiger und halten somit länger. Meine Lieblinge sind von Wolford, aber es gibt auch viele andere tolle Marken. An Strumpfhosen im Fünferpack aus dem Supermarkt hat man nicht allzu lang seine Freude, daher sollte man nur im äußersten Notfall zu ihnen greifen. Eine Dame hat übrigens immer ein Ersatzpaar dabei.

Meine lieben Leserinnen, mich würde natürlich interessieren, was ihr über das Tragen von Strumpfhosen denkt! 

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7 Kommentare

meyrose 25. Februar 2015 - 18:50

Was hast Du gegen halterlose Nylons im Job zu Kleidern und Röcken? Wenn der Rock knieumspielend ist, sollte auch beim bewegen nichts vom Rand zu sehen sein. Wenn das Dein Bedenken ist, kann ich es verstehen, denn das wäre unpassend. Die nudefarbenen von Wolford gibt es mit dezentem, schmalen Rand und sind im Sommer viel schöner zu tragen für viele Frauen, weil es am Körper luftig bleibt.
Liebe Grüße
Ines

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Countess Claire 25. Februar 2015 - 18:58

Liebe Ines,
Ja, genau, das sind meine Bedenken, sie zeichnen sich oft ab und das finde ich dann nicht so professionell, außerdem rutschen sie einfach zu leicht. Aber das kommt wahrscheinlich auch auf die Marke an.
Liebe Grüße,
Claire

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meyrose 28. Februar 2015 - 17:43

Da stimme ich Dir ganz gut (ein Grund, warum ich wenn nur Wolford trage).

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Cornelia 25. Februar 2015 - 22:06

Liebe Claire,

vielen Dank für Ihren Beitrag zu diesem – nur scheinbar – nebensächlichen Mode-Thema! Dabei sind es ja meist diese scheinbaren Nebensächlichkeiten , die guten Stil ausmachen. Ich stimme Ihnen vollkommen zu – bei aller Machbarkeit durch Technologie: Stil wird leider nicht automatisch mit dem Produkt mitgeliefert.
Ich finde zum Beispiel hochglänzende Strumpfhosen sehr seltsam. Ich kenne keine Frau – und hätte sie noch so schlanke Beine – der sie wirklich stehen würden. Auch viel zu helle oder viel zu dunkel gewählte Hautton-Strumpfhosen oder hauchzarte Sommer-Strumpfhosen über unrasierten Beinen können das schönste Outfit ruinieren. Und Strumpfhosen in offenen Schuhen sind für mich das weibliche Pendant zu weißen Tennissocken in Herrensandalen!

An guten Strumpfhosen zu sparen, ist – Sie sagen es – am falschen Ende gespart. Ein günstigeres Ersatz-Paar habe ich aber immer im Handschuhfach meines Autos und eines in meiner Laptoptasche – für den Fall der Fälle!

Ich habe noch zwei Tips für die Pflege:
1. Fürs Waschen meiner hochwertigen Strümpfe benutze ich ein größeres Gurkenglas, das fülle ich abends mit Wasser und Shampoo, dann kommen die Strumpfhosen dazu und dann wird einige Minuten in alle Richtungen kräftig geschüttelt: Das trainiert einerseits die Oberarme und wäscht andererseits die Strumpfhose schonend. Danach unter dem Wasserhahn ausspülen und zum Trocknen aufhängen.
Und mein 2. Tip: (funktioniert aber nur bei reinen Nylon-Strümpfen) Nach dem Kauf waschen, noch nass in einem Beutel einfrieren und am nächsten Tag wieder langsam auftauen lassen. Nylon ist umso haltbarer, je mehr Wasser es enthält. Durch den Gefriervorgang wird das vorher während der Produktion entzogene Wasser wieder zugeführt und die Nylons werden dadurch viel länger haltbar.

Ich freue mich schon auf den nächsten Post und wünsche bis dahin alles Gute!
Herzlich Ihre
Cornelia

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Countess Claire 26. Februar 2015 - 09:52

Liebe Cornelia,
Vielen Dank für Ihren Kommentar und die beiden tollen Tipps! Ich bevorzuge bei hochwertigen Strumpfhosen auch die Handwäsche, aber die Idee mit dem Glas finde ich recht gut, und wie Sie sagen, die Oberarme freuen sich auch ;-) Das Einfrieren werde ich beim nächsten neuen Exemplar gleich ausprobieren.
Es stimmt, Strumpfhosen in offenen Schuhen sind wirklich furchtbar, aber übertroffen wird das natürlich von weißen Tennissocken in Herrensandalen.
Tatsächlich habe ich auch schon gelegentlich eine glänzende Strumpfhose ausgeführt, man hatte so ein Styling zu Zeiten der letzten Royal Wedding ja sehr oft gesehen ;-) Aber mir gefallen matte Strümpfe besser und sie machen tatsächlich die schlankeren Beine.
Liebe Grüße,
Claire

Reply
Patricia 8. März 2015 - 21:26

Wenn die Röcke nicht zu kurz sind, dann ist aus meiner Sicht nichts gegen halterlose Strümpfe einzuwenden. Ein kleiner Tip: bei manchen Marken kann es sinnvoll sein neue Strümpfe erstmal kurz von Hand durchzuwaschen damit sie nicht rutschen. Ich weiß nicht woran es liegt – aber manche Sorten sind „direkt aus der Packung“ nicht so gut haftend.

Liebe Grüße
Patricia

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Countess Claire 10. März 2015 - 11:44

Liebe Patricia,
Vielen Dank für den Tipp!
Liebe Grüße,
Claire

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