Die Kunst des stilvollen Verarmens

von Countess Claire

Wolltet ihr schon immer wissen, wie man auch mit einem kleinen Budget stilvoll über die Runden kommt? Dann seid ihr mit dem Buch „Die Kunst des stilvollen Verarmens. Wie man ohne Geld reich wird“ von Alexander von Schönburg-Glauchau, das ich euch heute in der Rubrik „Claires Bibliothek“ vorstellen möchte, bestens beraten. Es ist zwar schon 2005 im Rowohlt-Verlag erschienen, trifft aber auch heute noch den Nerv der Zeit mit seinem Plädoyer, sein Geld nicht zwanghaft für Statussymbole auszugeben, sondern bewusst zu genießen.

Die Kunst des stilvollen Verarmens

Das Buch richtet sich freilich nicht an die wirklich Armen in unserer Gesellschaft, sondern an ehemals Reiche, die jetzt „den Gürtel etwas enger schnallen müssen“. Statt Champagner empfiehlt v. Schönburg, Bier zu trinken, er prangert die Manie, ständig irgendwo Kurzurlaube zu machen an, und hinterfragt die Gewohnheit, „schön essen zu gehen“ – für ihn der Inbegriff der Spießigkeit. In witziger Art möchte er zum reflektierten Umgang mit Geld anregen, bei seinem amüsanten Schreibstil kann man immer wieder herzlich lachen, wie zum Beispiel, wenn er das schnelle Spazierengehen als die stilvollste Sportart überhaupt darstellt.

Mit Sätzen wie „Im Moment heißt es, glaube ich, Walking, und wird in den Geschmacksrichtungen Hill-, Nordic-Power-, ZEN-, Race-, Aqua-, Vital- und Body-Walking angeboten“, nimmt er die Gesundheitsindustrie auf die Schaufel. In netten Anekdoten schildert er, wie es sich anfühlt, allfällige Rechnungen nicht bezahlen zu können, aber eine vom Sultan von Brunei geschenkte Luxusuhr im Wert eines Kleinwagens zu tragen.

Die Kunst des stilvollen Verarmens in der Kritik

Dem Autor weniger Wohlgesonnene bemängeln an „Die Kunst des stilvollen Verarmens“, dass er nur deshalb in abschätziger Manier von den Reichen schreibt, weil er selbst, arbeitslos geworden, nun nicht mehr richtig „dazugehört“. Andere wiederum monieren, dass v. Schönburg als selbsternannter Spezialist in Sachen sozialer Abstieg denselben auf sehr hohem Niveau erlebt, ist er doch auch als verarmter Adeliger Mitglied der von ihm wenig geschätzten Society.

Als Chef des gräflichen Glauchauer Zweiges des Hauses Schönburg ist es leicht, Konsumverzicht zu predigen, zumal die eine Schwester Gloria von Thurn und Taxis und die andere Maya von Schönburg, Ex-Frau von Milliardär Friedrich Christian „Mick“ Flick ist. Seine Ehefrau Irina Prinzessin von Hessen ist die Großnichte von Prince Philip und steht somit sogar in der Thronfolge des Vereinigten Königreichs – Prince Philip und die Queen sind nicht nur Eheleute, sondern Cousin und Cousine 3. Grades.

Mittlerweile hat es Alexander von Schönburg zwar nicht mehr nötig, den Champagner durch Bier zu ersetzen, ist er doch Mitglied der Chefredaktion der deutschen Bild-Zeitung geworden. Sein Buch ist aber so charmant, witzig, mit viel Ironie geschrieben und regt auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten an, dass ich es euch unbedingt empfehlen kann (Amazon).

Wie findet ihr das Buch? Würdet ihr es gern lesen?

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3 Kommentare

Amalia 7. Dezember 2015 - 21:18

Liebe Claire,
amüsant ist das Buch allemal. Neulich sprach jedoch ein Bekannter älteren Jahrgangs die bedenkenswerten Worte: „Es ist immer am billigsten, das teuerste zu wählen. Man hat dann einfach länger Freude daran.“ Aber im Grunde lässt sich das mit den Schönburgschen Thesen durchaus vereinbaren…
Liebe Grüße
Amalia

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Countess Claire 9. Dezember 2015 - 15:49

Liebe Amalia,
Auf jeden Fall! Das passt doch gut!
Liebe Grüße,
Claire

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Kalchmair Susanne 27. Januar 2016 - 19:29

Liebe Claire,
interessanter Buchvorschlag. Werde ich beim nächsten Besuch in der Buchhandlung mitnehmen. Verzicht kann ja durchaus eine Bereicherung sein und sich ein wenig zu reduzieren schärft oftmals die Sinne. Die Genussfreude sollte halt dabei nicht verloren gehen.
Danke für die Anregung.
Liebe Grüße
Susanne

Übrigens Dein Blog ist mindestens genauso inspirierend wie Dein Instagram Account – sehr vornehm und elegant. Ganz großes Kompliment an Dich

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