Ein Cheltenham Look am Zürichsee

von Countess Claire

Letzte Woche ging im englischen Gloucestershire das alljährliche Cheltenham Festival über die Bühne. In meinem Artikel What to wear to Cheltenham – Smart British Country Style könnt ihr nachlesen, wie man sich für diese Gelegenheit stilvoll, aber trotzdem praktisch anzieht. Beim berühmten Pferde-Hindernisrennen ist man viel draußen, die Böden sind teilweise schlammig. Außerdem wandert man auch schon mal durch den Matsch. Es kann regnerisch sein, und da Schirme mitunter sehr unpraktisch sind, gehört zu jedem Cheltenham Look ein Hut.

Wenn man sich die racegoer angesehen hat, konnte man viele schicke Outfits bewundern: Hüte, Tweedmäntel, Stiefel – der Inbegriff des Smart British Country Styles eben. Natürlich kamen auch etliche Zeitgenossen in weniger passendem Aufzug: Barfuß in Stiletto-Sandaletten durch den Schlamm zu staksen, macht keinen schönen Anblick. Miniröcke bis zum halben Oberschenkel, sonnengetönte Beine in Orange und tiefe Dekolletés sind nicht angemessen.

Meinen Cheltenham Look würde ich genau so in England wie hier am Reiterhof am Zürichsee tragen. Er besteht aus einem dunkelblauen Wollmantel und einem proper hat mit Federn. Dazu trage ich ein helles Wollkleid und kniehohe, flache Rauhlederstiefel. In Cheltenham selbst würde ich vermutlich Glattlederstiefel, wenn möglich wasserdicht, wählen, da Wildleder doch sehr empfindlich ist.

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cheltenham look cheltenham look cheltenham look cheltenham lookWie gefällt euch mein Cheltenham Look? Was würdet ihr tragen? Schöne Outfits könnt ihr übrigens auch immer bei Zara Tindall, der Enkelin der Queen, bewundern.

8 Kommentare

Melanie 21. März 2019 - 12:01

Liebe Claire,
Ihr Look – was soll ich sagen, ohne mich zu wiederholen? Und der (neue?) Hut ist fabelhaft!

Das Reiten haben wir vor ein paar Jahren aufgegeben, allerdings geht zuschauen ja bekanntlich immer – wären wir also dorthin gefahren, dann wäre schnell gepackt gewesen, und zwar für zwei Tage, denn mein Mann tendiert grundsätzlich eher zu „normalen“ Renntagen, während ich mir einen „Ladies´ Day“ in England nur ungern entgehen lasse:
• knielanger goldbeiger Stehkragenmantel mit mittelbrauner Cloche von Mona Lenz, darunter ein dunkelblaues Strickkleid mit Rollkragen und Strumpfhose mit blau-beige-braunem Argyle-Karo – nichts, womit ich bei der „ColourMeMarch“-Competition gepunktet hätte, aber für meine Verhältnisse definitiv bunt;
• für den „normalen“ Renntag meines Mannes ein graublaues Lodencape, graue Lodenkappe mit Hutbrosche (Blaues vom Eichelhäher), graue, schmale Wollhose und ein warmes, dunkelblaues Rollkragen-Twinset;
• Accessoires an beiden Tagen: fuchsbrauner Webpelzstehkragen, dunkel-cognacfarbene Stiefel, die passende Tasche aus Florenz, der Rest bewusst aus Salzburg, weil man über hübsche „Importartikel“ in England sehr schnell mit den Menschen ins Gespräch kommt: Stofftaschentücher vom „Knopferlmayer“, Lederhandschuhe vom Sperl, Gürtel vom Schliesselberger, Stockschirm vom Kirchtag;

Schade, die Gelegenheit, visumfrei zum Cheltenham race zu fahren, ist mit letzter Woche vorläufig verstrichen – mal sehen, wie´s nächstes Jahr aussieht.

Einen schönen Frühlingsbeginn und beste Grüße,
Melanie

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Countess Claire 21. März 2019 - 12:44

Liebe Melanie,
Vielen Dank für Ihren Kommentar, ich freue mich immer, von Ihnen zu lesen. Ihre Outfitschilderungen sind so anschaulich, die Ensembles, die Sie beschreiben, würden mir sicherlich auch gut gefallen. Sie hätten Potenzial für einen tollen für einen Instagram-Account!
PS: Der Hut ist ziemlich neu, ich konnte nicht widerstehen, auch wenn ich hier in der Schweiz nicht allzu viel Gelegenheit habe, ihn zu tragen. Die Stiefel sind zum Glück grad noch keine Overknees – sonst hätte ich sie nicht gekauft.
Liebe Grüße,
Claire

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Melanie 22. März 2019 - 09:25

Liebe Claire,
Die ziemlich unaufwändigen Kombinationen „wohnen“ seit Jahren in meinem Schrank, ich habe sie schon in der einen oder anderen Zusammenstellung sehr oft getragen; den Instagram-Account schiebe ich schon etwa ebenso lange vor mir her und streiche ihn jährlich um Ostern wieder von meiner Neujahrs-Vorsatz-Liste …
Ihre Stiefel machen sich sehr gut, auch die aktuelle Kniehöhe – wegen meiner häufigen Reisetätigkeit habe ich nur mehr ein Paar Velourlederstiefel, das Material ist mir für Zug und Flieger (und den eigenen Trolley, der mir im Getümmel immer wieder an die Ferse fährt) ein bisschen zu empfindlich, schade eigentlich.
Das „Hutproblem“ teile ich mit Ihnen, allerdings kann man im katholischen Salzburg gerade zu kirchlichen Anlässen (die mit den Prozessionen eigenen sich besonders gut, das Argument ist dann allgemein „Sonnenschutz“, zu Weihnachten und Ostern schütze ich mich meinen Kopf konsequent gegen Kälte ;-) ) immer wieder schöne Kopfbedeckungen tragen – lebensgefährlich wird es allerdings, wenn man sommers einen etwas breitkrempigeren Hut zum Dirndl kombiniert und das Stadtzentrum betritt: man wird als „Judy-Garland-Reinkarnation“ vor den Augen der eigenen Familie zum Zentrum eines veritablen Handgemenges; einzig zu empfehlender Termin für derartige Abenteuer: der Rupertikirtag, da teilen sich die kreischenden Fans auf mehrere bedirndelte Hutträgerinnen auf.
In diesem Sinne Ihnen und uns Leserinnen weiterhin „Mut zum Hut“ (kleiner Tipp zum Träumen: Mona Lenz – allein wegen Ihres Ladens lohnt sich ein Ausflug nach Linz) – LG, Melanie

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Countess Claire 17. Mai 2019 - 10:27

Liebe Melanie,
Herzlichen Dank für den Tipp mit Mona Lenz!
Liebe Grüße,
Claire

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Clarisse Shacklebolt 20. November 2019 - 13:55

Liebe Claire,
mich interessiert sehr warum Sie keine Overknees kaufen würden.
Über eine Antwort freue ich mich.
Liebe Grüße,
Clarisse

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Countess Claire 20. November 2019 - 14:06

Liebe Clarisse,
Vielleicht möchten Sie meinen Artikel „Frage an Claire: Overknees – Ja oder nein?“ lesen? In ihm erörtere ich die Vor- und Nachteile. Für mich habe ich beschlossen, keine Overknees zu tragen.
Liebe Grüße,
Claire

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Lena 22. März 2019 - 18:55

Liebe Claire,
das Outfit steht dir ausgezeichnet, das Blau, ein wunderbares Ensemble.
Viele Grüße
Lena

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Countess Claire 17. Mai 2019 - 10:27

Danke, liebe Lena!

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