Einkaufen in Fashion Outlets – Ein Update

von Countess Claire

Wer in einem Fashion Outlet einkauft, läuft Gefahr, Opfer eines Betrugs zu werden. So behauptet man zumindest in einer Doku des WDR. Zwischen dem niederländischen Roermond, dem fränkischen Wertheim, FoxTown im Tessin, dem baden-württembergischen Metzingen und McArthurGlen im burgenländischen Parndorf ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ein zukünftiges Fashion-Outlet?

Ein zukünftiges Fashion-Outlet?

Immer wieder schwärmen Bekannte von ihren tollen Einkäufen, die sie in den diversen Designer Outlets getätigt haben. Aber was hat es mit den unzähligen „Schnäppchen“, Waren mit kleinen Fehlern, Stücken aus nicht mehr aktuellen Kollektionen und der berühmten „Überproduktion“ wirklich auf sich?

„Die Outlet-Lüge – Outlet-Ware auf dem Prüfstand“

Durch Zufall stieß ich bei YouTube auf eine WDR Dokumentation vom Juli 2017 mit dem Titel „Die Outlet-Lüge – Outlet-Ware auf dem Prüfstand“. Da ich selbst kein Freund vom Einkaufen in den Shoppingtempeln bin, war mein Interesse sofort geweckt.

Zu oft habe ich mich schon gewundert, warum ein Fashion Outlet dermaßen beliebt ist, ist das Einkaufserlebnis doch eher bescheidener Natur. Zwischen Jogginganzügen tragenden Männern, Alternative dazu: mit D&G Gürteln und Shirts mit Riesen-Logo, und stilmäßig ähnlichen Frauen kaufe ich nicht gern ein. Warum auch sollte ich mir etwas zulegen, was ich nicht wirklich brauche – nur weil es „günstig“ ist?

In meinem Artikel „Frage an Claire: Kauft die Dame im Designer Outlet?“ könnt ihr mehr dazu lesen.

Die Untersuchungsmethoden

  • Untersucht wurden diverse bekannte Händler in Designer Outlets auf  Wahrheitsgehalt des „Überproduktion“-Themas. Mithilfe von Testeinkäufern stellte sich heraus, dass ein großer Anteil der renommierten Verkäufer nicht seriös arbeitet. Die „Stücke aus älteren Kollektionen“ waren niemals in regulären Läden zu finden, sondern wurden eigens für den Outletverkauf produziert.
  • In Materialprüfstellen konnte man nachweisen, dass diese eigens produzierte Outletware meistens von minderer Qualität ist: Logos (die Schilder oben hinten an der rechten Seite) auf Jeans sind aus Pappe gemacht – im normalen Handel führt dieselbe Marke Jeans ausschließlich mit Lederlogos, Kleidungsstücke wurden nicht vorgewaschen. Auf diese Weise wird ein Produktionsschritt ausgelassen, man braucht geringere Mengen Stoff, da das Einlaufen nicht mitberechnet werden muss.
  • Blusen und Hemden sind nicht etwa tailliert geschnitten wie im regulären Verkauf, sondern weit, damit sie einer größeren Käuferschicht passen. Deswegen kann man auch nicht von Schnäppchen sprechen, da die „verbilligten“ Kleidungsstücke ohnehin nicht in Stores in der Stadt zu finden sind.
  • Auch anonym bleiben wollende Outlet-Leiter, Verkäufer und sonstige Verantwortliche bestätigten diese unlauteren Methoden. Man könnte das Ganze auch Käufertäuschung nennen.

Die Sichtweise von Outlet Käufern

Interessant auch das Interview mit einer Familie, die perfekt in das eingangs von mir beschriebene Schema passt. Ausschließlich in Outlet einkaufend, türmen sich in ihren unorganisierten Kleiderschränken Stücke mit riesigen Designerlogos – unübersichtlich in alle Ecke des Kastens gestopft.

Zwischen den unzähligen schwarzen Schafen gibt es aber auch Läden, in denen man wirklich anbietet, was versprochen wurde. Überzeugt euch selbst von der Outlet-Lüge und seht euch die WDR Doku an!

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich das Einkaufserlebnis in der Salzburger Innenstadt, in der wunderbaren Zürcher Bahnhofstrasse oder im malerischen Niederdörfli – der Altstadt jenseits der Limmat, bevorzuge, und ich nicht in Designer Outlets einkaufe.

Habt ihr die WDR Doku schon gesehen? Was haltet ihr von der Schnäppchenjagd in Designer Outlets?

5 Kommentare

Mag. Andrea Kalis 22. Januar 2018 - 14:17

Liebe Claire,
wie alles hat auch das Outlet-Center Schattenseiten und als Bewohnerin
einer Gemeinde mit einem solchen, darf ich noch weitere Probleme aufzeigen: Verkehrsmisere am Wochenende, wenn aus ganz Bayern die
Schnäppchenjäger per SUV anreisen; unter der Woche gähnende Leere
im Outlet, dafür Samstags schon bedrohlich wirkende Massen von schwarz-vollverschleierten Frauen aus dem arabischen Raum, die per Wintercharter anfliegen und den Urlaub vor dem Abflug mit einem Einkauf krönen (dazu in den Geschäften die zugehörigen Männer und Verwandten, die die Frauen
„bewachen“). Den Müll, den die Einkaufstouristen hinterlassen, darf auch die Gemeinde wieder entsorgen (vis-a-vis ein Hamburger-Restaurant, das – im Gegensatz zum teuren Restaurant im Outlet – sehr gut frequentiert ist, aber viele werfen die Kunststoff- und Papierverpackungen einfach aus dem Autofenster). Ich kann wie Sie keinen volkswirtschaftlichen Nutzen in diesen
Outlets sehen und auch keinen Sinn darin, freie Zeit mit „Shopping“ totzuschlagen. Vom Schaden für die seriöse Kaufmannschaft gar nicht zu reden.
Mit herzlichen Grüßen in die Schweiz
Andrea von der Pinselburg

Antworten
Sari 23. Januar 2018 - 14:18

Liebe Claire,

mit grossem Interesse habe ich den Beitrag gesehen und auch direkt eine Antwort verfasst. Durch eine Unachtsamkeit habe ich ihn gelöscht, bevor ich ihn senden konnte. Mit etwas Abstand habe ich mir weiter Gedanken gemacht. Besonders auch, da ich erst kürzlich in Metzingen im Outlet einkaufen war. Direkt habe ich mir meine dort erworbene Jeans angesehen und das Modell im entsprechenden online Shop mit der Bezeichnung gesucht. Und ziemlich erleichtert auch gefunden. In Zukunft werde ich aber noch mehr und besser aufpassen, wenn es mal wieder ins Outlet geht.

Nach guten Erfahrungen mit Outlet Shopping zogen mein Mann und ich mit einer Liste los. Er hat Probleme gut sitzende Hemden zu finden, ich finde die Jeansauswahl in meiner näheren Umgebung sehr mau und wurde dort nicht fündig.

Vor so ziemlich genau 2 Jahren stoppten wir auf dem Rückweg aus den Skiferien im Outlet bei Salzburg. Wir hatten damals nicht vor etwas zu kaufen, Hemden sind bei uns jedoch immer gesucht. Ohne grosse Hoffnungen betraten wir die Filiale von Seidensticker. Ich verliebte mich in eine gepunktete Bluse, da ich sie nicht brauchte, war mir der Preis von 70,-€ zu hoch um sie einfach so mitzunehmen. Hinterher habe ich sie mir noch einige Male im Onlineshop angesehen, in der Hoffnung sie dort nach einigen Monaten reduziert zu bekommen. Gefunden habe ich sie und auch dieses Mal hing sie in der Filiale in Metzingen. Mein Mann hat breite Schultern und lange Arme. Bisher sind wir einem Geschäft für Herrenmode immer fündig geworden. Jedoch wurde irgendwann der Schnitt der Hemdenmarke geändert, so dass diese Hemden nicht mehr für uns in Frage kamen. Bei Seidensticker wurden wir sehr freundlich und kompetent beraten, es wurden die Musterhemden in den zur Auswahl stehenden Grössen geholt und als die Grösse bestimmt war wurden wir zum passenden Regal geführt. Mit 2 wunderschönen und absolut passenden Hemden verliessen wird das Geschäft. Die Verkäuferin hat uns freundlicherweise auch die genaue Bezeichnung notiert, so dass wir problemlos im Onlineshop weitere Hemden kaufen konnten.
In diesem Jahr war ich auf der Suche nach einer gutsitzenden und schlichten weissen Bluse. Nach den guten Erfahrungen im Outlet sind wir nach Metzingen. Wir wurden dort wieder ebenso nett und kompetent beraten.
Bei Jeanshosen bin ich sehr eigen. Eine meiner Lieblingsjeans hatte nach über 10 Jahren und einer Schwangerschaft zu grosse Schäden. Diese habe ich damals auch in Metzingen gekauft. Die Möglichkeit verschiedene Modelle unterschiedlicher Marken testen zu können und nicht blind online irgendetwas zu bestellen, war für mich der Grund ins Outlet zu fahren. In den umliegenden Städten hatte ich gefühlt fast jede Jeans probiert und die Auswahl war erschöpft.
Wie immer wenn ich einkaufen gehe, überlege ich mir vorab, was ich brauche. Was ich nicht mag, weder im Outlet oder so beim Einkaufsbummel blind etwas zu kaufen, das mir nicht steht und nicht zu meiner Garderobe passt, nur weil es angeblich günstig ist oder ein Markenlogo abgebildet ist.

Auf deinem Bild hattest du die Atmosphäre angesprochen. Da muss ich dir zustimmen, diese geht teilweise im Outlet verloren. Für Metzingen kann ich sagen, dass die dortigen Räumlichkeiten von Tommy Hilfiger und Ralph Lauren wie die „normalen“ Geschäften eingerichtet sind. Aber aufgrund der Menschenmassen, die dort teilweise wirklich durchdrängen in der Hoffnung Designerware zu Discountpreisen zu bekommen, sieht was am Ende eines Tages schon sehr schlimm aus. Da kommt das Personal mit aufräumen gar nicht hinterher.
Manchmal habe ich das Gefühl, die Menschen verlieren im Outlet die Hemmungen. Und das ist etwas, was mich doch sehr stört. An dieser Stelle möchte ich kurz Bezug auf deinen Artikel „ Frage an Claire: Kauft die Dame im Designer Outlet“ nehmen: Wenn ich von Kopf bis Fuss in Markenkleidung gekleidet sein muss, um mich wohl zu fühlen, hast das nicht mehr viel mit Stil für mich zu tun. Markenkleidung und Stil sind nicht immer identisch. Ich kann mich mit Markenkleidung stilvoll kleiden, als Dame kann ich das aber auch ohne Markenlogos von Kopf bis Fuss. Ein individueller und zur Person passender Kleidungsstil macht für mich eine Dame aus.

So hat jede Medaille 2 Seiten. Ich kann dem Einkaufen im Outlet durchaus etwas abgewinnen.
Genauso geniesse ich aber auch einen Einkaufbummel durch kleine Gassen mit einem entspannten Cafébesuch. Ein gemütlicher Einkaufsbummel in der Innenstadt ist mit einem Besuch im Outlet nicht zu vergleichen. Besondere und einzigartige Kleidungsstücke zu finden, ist im Outlet fast unmöglich. Diese findet man in kleinen Boutiquen. Und individueller Stil ist viel schöner und wertvoller als ein Markenlogo um jeden Preis auf der Kleidung.

Viele Grüsse,
Sari

Antworten
Countess Claire 24. Januar 2018 - 11:02

Liebe Damen,
Ich sehe, die Sache mit den Outlet hat zwei Medaillen, wie jede andere Sache auch. Natürlich sind nicht alle Waren von schlechterer Qualität als im regulären Handel, man kann wohl wirklich Glück haben und hübsche Klassiker erwerben. In der WDR Doku wurden ja die vielen schwarzen Schafe unter den Händlern aufgezählt, aber man wies darauf hin, dass es auch seriöse Anbieter gibt.
Das andere Thema ist das Verwaisen der Innenstädte in der Nähe von Outletcentern. Die große Käufermasse fährt lieber ins Outlet, als einen gemütlichen Einkaufsbummel in der City zu machen. Daraus folgt, dass viele Geschäfte wegen mangelndem Umsatz schließen müssen.
Was mir nicht bewusst war, ist, dass die Outlets größtenteils am Wochenende frequentiert werden und wochentags nicht viel los ist.
Auf jeden Fall ist sicher, dass ich auch im nächsten Jahr kein Outletcenter aufsuchen werde.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Sari 24. Januar 2018 - 12:47

Liebe Claire,
du sprichst hier einen sehr wichtigen Aspekt an: Das Verwaisen der Innenstädte.
Einkaufen im Outlet hat für mich nicht unbedingt etwas mit Spass zu tun. Ganz ungern mache ich aber auch nicht. Das kommt auf meine ganz persönliche Stimmung an. Und mit etwas Humor lassen sich sehr interessante Beobachtungen machen :-)
Ich wohne sehr ländlich, die Einkaufsmöglichkeiten sind überschaubar. In den umliegenden Städten habe ich oft den Eindruck, dass sich die immer gleichen Geschäfte aneinanderreihen und ich in jedem 2. Geschäft die gleiche Auswahl und Ware finde. Da macht mir weder einkaufen noch bummeln Spass.
Onlineshopping ist eine angenehme Art einzukaufen, grosse Auswahl, keine Öffnungszeiten. Leider hilft es dem Einzelhandel vor Ort auch nicht und wenn ich, wie in meinem Fall nicht genau weiss, welchen Schnitt und welche Grösse ich bei einer Jeans brauche, bin ich schlicht überfordert.
Es scheint ein wenig ein Teufelskreis zu sein: weil es in den Innenstädten immer weniger Möglichkeiten gibt, weicht man auf Shoppingcenter, Outlets und Internet aus und weil somit weniger vor Ort gekauft wird, boomen Outlets und ähnliches.

Outlets sind am Wochenende in der Tat deutlich voller als unter der Woche. Besonders wenn man unter der Woche, am besten nicht in den Ferien oder zwischen Feiertagen, direkt morgens dort ist, findet man unter Umständen ein fast leeres Outlet an. Das kann dann schon fast gemütlich werden.

Für mich bietet das Einkaufen im Outlet durchaus Vorteile, sehe aber auch die Gefahren und Nachteile.

Viele Grüsse,
Sarah

Antworten
Sue 11. Februar 2018 - 01:26

Liebe CC,

ich habe den Bericht nicht gesehen, werde es aber nachholen,. Wir sind nur hier in den Staaten im Outlet, im Moment sind wir hier in Florida und haben schon einiges gekauft. Mehr meine Kinder als ich. Ich ahbe das DSW Schuhhaus entdeckt. und ich kaufe nur, was mir gefaellt. Einmal waren wir in Berlin, haben aber nur bei V & B etwas gekauft. Meistens kaufen wir so normal im Laden.
Ich mag ausserdem natuerliche Stoffe wie Baumwolle, Seide, Leder. Ich habe jetzt Supima Baumwolle fuer mich entdeckt. Es gibt jetzt kein Cashmir mehr sondern Supima bei mir.
Ich kaufe auch nicht des Schnaeppchenwillens, sondern was ich brauche. Ausserdem will ich auch unsere einheimischen Laeden unterstuetzen.

Bis bald.

Sue

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