Frage an Claire: Papierservietten – Ein No Go?

von Countess Claire

In der Rubrik „Frage an Claire“ könnt ihr mir jederzeit Mode-, Stil- oder Kniggefragen stellen, die ich gern beantworten möchte, hier geht’s lang! Eine liebe Leserin fragt mich heute, ob Papierservietten eigentlich ein No Go sind. Außerdem möchte sie wissen, ob man Porzellan mit Goldrand gleichzeitig mit Silberbesteck verwenden darf.

Liebe Claire,

vielen Dank, dass Du uns Deinen tollen Blog spendierst. Das Lesen bereitet immer viel Freunde!

Was sagst Du zu Papierservietten? Ich finde sie ganz furchtbar, aber Stoffservietten sind zu aufwendig.  Wie ist Dein Standpunkt dazu?

Ferner ein anderes Thema: Ich bin Liebhaberin der klassisch gedeckten Tafel und von britischem Vintageporzellan, doch eine Sache liegt mir diesbezüglich jeden Tag ein wenig auf der Seele. Vielleicht kannst Du sie mir beantworten.
Ich habe das Porzellan Moss Rose von Royal Albert, es hat einen Goldrand und ich mag es sehr. Als Besteck habe ich ein silberfarbenes von Villeroy & Boch. Vintage neben Villeroy und Boch? Silber direkt neben Gold? Jedes mal tut mir der Stilbruch ein wenig weh. Ich überlege schon, ob ich wegen des besser passenden Stils von Villeroy und Boch „Victor“ auf „Mademoiselle“ wechseln soll. Zwar auch silberfarben, aber nicht so harte Linien.

Über Deine Stilsicherheit und Deinen Rat würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank!  Deine treue Leserin

Franziska

Details von einer wunderschön gedeckten Tafel auf Schloss Königswart. Papierservietten wären hier ein No Go!

Foto: Wolfgang Sauber

Liebe Franziska,

Vielen Dank für deine Anfrage und deine lieben Worte!

Zu einer festlich deckten Tafel gehören unbedingt Stoffservietten! Und zwar perfekt gebügelte, am besten aus Leinen. Wenn sie dann noch ein Monogramm haben oder das Familienwappen drauf gestickt wurde, bekommst du noch mehr „Stilpluspunkte“. Dazu passende Serviettenringe komplettieren das Ganze aufs Edelste. Bei einem älteren Artikel, in dem es auch um die Frage Papier- versus Stoffservietten ging, gab eine Kommentatorin einen tollen Tipp: Stoffservietten mehrmals verwenden und in mit Initialen versehene Serviettenringe stecken. Eine schöne Idee, die die Umwelt schont. Das geht allerdings nur im Familienkreis.

Papierservietten haftet immer ein ärmlicher Touch an, obwohl es wirklich auch sehr hübsche gibt, im Equestrian Style, mit Vintage-Blumenmustern oder Tartandruck. Praktisch sind sie allemal, besonders bei kleinen Kindern. Ja, gelegentlich gibt es sogar bei mir Papierservietten, aber niemals bei formellen Anlässen oder Einladungen. Das wäre wirklich ein Faux Pas! Ob es nachhaltiger ist, jedesmal neue Papierservietten zum benutzen oder Stoffservietten zu waschen, wage ich nicht zu beurteilen. Vielleicht kann eine Leserin in den Kommentaren weiterhelfen.

Wie verhält sich die perfekte Gastgeberin?Ich liebe mein Augarten Porzellan „Maria Theresia“ mit Goldrand zum Silberbesteck.

Zu deinem zweiten Thema kann ich dir sagen, dass es wirklich überhaupt keine Rolle spielt, ob das Besteck silbern ist und das Porzellan einen Goldrand hat. Das sieht man auch an den elegant gedeckten Tafeln in Schlössern und Herrenhäusern. Viele Geschirre haben goldene Applikationen oder sind mit einem schmalen Goldstreifen umrandet. Die meisten Bestecke sind nun einmal silberfarben. Und unter uns gesagt, mir gefällt goldenes Besteck gar nicht! Im Gegenteil, es ist meiner Meinung nach sogar besonders schön, wenn nicht alles „aus einem Guss“ ist. Silberbesteck passt ausgezeichnet zu Kristallgläsern, wie du auch oben bei meinem Foto siehst. Mein „Maria Theresia“ von Augarten hat auch einen Goldrand, das Besteck ist aus Sterlingsilber. Trotzdem wäre ich noch nie auf die Idee gekommen, ich müsse mir nun ein goldenes Besteck zulegen.

Bei einem Punkt muss ich dir allerdings Recht geben: Dein silbernes „Victor“ Besteck von Villeroy & Boch wirkt sehr modern und nüchtern in seinen Linien. Das hübsche Vintageporzellan „Moss Rose“ von Royal Albert ist einfach nur entzückend! Man kann sich gleich die Queen bei der traditionell zelebrierten tea time mit Scones und Gurkensandwiches dazu vorstellen. Und zu dem geradlinigen, modernen Besteck ist das in der Tat ein Stilbruch. Das „Mademoiselle“ von Villeroy & Boch mit seiner klassischen, traditionellen Formensprache passt wesentlich besser zu deinem Porzellan!

Liebe Grüße,

Claire

Was meint ihr dazu? Sind Papierservietten ein No Go oder kommen sie bei euch gelegentlich auf die Tafel? Und was sagt ihr zum Mixen von Gold und Silber?

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2 Kommentare

Marie W. 30. August 2019 - 16:24

Liebe Claire,
bei uns werden seit jeher Stoffservietten mit oder ohne Monogramm verwendet und da in unserer Familie jeder einen Serviettenring benutzt und es auch Gästeserviettenringe gibt, können die Servietten mehrfach verwendet werden. Mir gefallen Papierservietten einfach nicht auf dem Tisch. Aber Ausnahmen werden auch bei uns gemacht. Bei Kindergeburtstagen waren sie einfach praktischer. Auch bei Gartenfesten o.ä. finde ich sie akzeptabel. Aber sobald das Essen an einem Tisch stattfindet, sollten Stoffservietten verwendet werden. Es gibt so schöne farbige Leinenservietten, mit denen der Tisch immer wieder abwechslungsreich gedeckt werden kann. Ich mag sogar beim Picknick nicht auf sie verzichten. Und bei ganz festlichen Tafeln gehören für mich alte, gestärkte und monogrammierte Damastservietten einfach dazu.

Mit besten Grüßen
Marie W.

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Countess Claire 9. September 2019 - 11:33

Liebe Marie,
Da bin ich ganz deiner Meinung! Servietten mit Monogramm finde ich übrigens auch ganz wunderbar!
Liebe Grüße,
Claire

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