Karl-Georg aus Salzburg: Das Liebes-Aus

von Karl-Georg

Die Wahl des richtigen Verlobungsrings, der hübschesten Schuhe, des ausgefallensten Reiseziels, die Gestaltung eines perfekten Opernabends oder die Einrichtung des ersten gemeinsamen Heims im bevorzugten Stil – bei diesen äußerst essentiellen Dingen des Lebens ist es immer amüsant zu erfahren, was ein Mann dazu zu sagen hat. Also Vorhang auf für den dritten Teil mit Karl-Georg, der uns mit seinen Anekdoten über seine Herzensdame unterhalten – oder in diesem Fall – zum Nachdenken anregen wird.

Meine sehr verehrten Damen!

Lange haben Sie schon nichts von mir gehört. Das hängt damit zusammen, daß ich mich aufgrund der Ereignisse vergangener Wochen einerseits in die Arbeit gestürzt, andererseits aber auch intensiver mit dem Gesellschaftsleben beschäftigt habe.

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Doch der Reihe nach:

Das letzte Ereignis, von dem ich Ihnen, meine verehrten Damen, berichten durfte, war die Party zum dreißigsten Geburtstag meiner Herzensdame. Wie diese geendet hatte, wissen Sie ja bereits, sie hat einen Verlobungsring erwartet. Die Dinge haben sich danach doch sehr überstürzt, sodaß ich im Nachhinein nicht der Situation angemessen reagieren konnte.

Die Tage nach dem ereignisreichen Fest, das so rauschend begonnen hatte, verliefen für mich sehr monoton, hat mich meine Liebste doch gebeten, für eine Weile auf Abstand zu ihr zu gehen. Und nach ein paar Tagen kam dann die Nachricht, daß der Abstand noch für unbestimmte Zeit länger Bestand haben sollte. Für mich im Grunde genommen verständlich, mussten die nicht erfüllten Erwartungen sehr kränkend gewesen sein.

Wenn Sie die letzten Beiträge verfolgt haben, ist Ihnen schon ein wenig von mir bekannt und Sie sind nicht empört, wenn ich Ihnen sage, daß ich sie nicht verlieren, mich aber auch noch nicht binden möchte. Wie es zu erwarten war, hat meine Liebe schließlich das Gespräch genau auf das Thema „Heiraten oder Trennung“ gebracht und ich habe ihr ehrlich meine Vorstellung auseinandergesetzt. Heiraten schon, aber den Zeitpunkt des Antrages würde ich gerne selbst und ohne Zwang wählen. Sie reagierte sehr emotional, und daß sie in ihrer Wut so wunderschön ausgesehen hatte wie selten zuvor, erinnerte mich daran, daß man sich vielleicht erst in so einem Moment richtig bewusst wird, wie sehr man jemanden liebt.

Ich zähle mich definitiv zu den Menschen, die nicht immer alle Zeichen richtig deuten können und die sich selbst nicht immer emotional im Griff haben. Daher reagierte ich, wie gesagt, der Situation nicht angemessen. Mit aufgesetzter nonchalanter Miene ging ich einfach weg. Im Nachhinein denke ich, daß ebendieses Weggehen unserer Beziehung den Todesstoß versetzt hat.

Nun, wie eingangs erwähnt, sind mir die Arbeit und die Gesellschaft meiner Freunde Ablenkung. Aus dem Weg gehen können wir uns fast nicht, gibt es doch immer wieder Anlässe, wo wir uns aufgrund der vielen gemeinsamen sozialen Kontakte über den Weg laufen. Wie ich vernommen habe, ist sie nicht sehr glücklich und einige meinen gar, daß wir wie Kinder seien, die sich nicht vertragen wollen, obwohl für jedermann auf der Hand läge, daß wir zusammengehören.

Herzlichst,

Karl-Georg

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4 Kommentare

Jessica 4. Juli 2013 - 20:39

Lieber Karl- Georg.
Es tut mir leid zu hören, dass Sie und Ihre Herzensdame sich nun doch getrennt haben. So wie Sie die Situation schildern scheint es mir, als haben sie beide sich bei ihrem Gespräch von ihrem Temperament hinreißen lassen. Vielleicht wäre ein erneutes Gespräch möglich, jetzt wo sie beide ein bisschen Abstand zueinander hatten. Vorrausgesetzt Sie möchten Ihre Liebste zurückerobern.
Ich kann Sie verstehen, dass Sie noch nicht heiraten wollen, mit Ihrer Liebste aber weiterhin zusammenbleiben möchten, bin ich doch selbst ein Mensch der sich nicht gerne bindet. Verstehen Sie aber auch, dass für eine Dame mit 30 Jahren langsan die Uhr tickt, wie man so schön sagt ;-) Vor allem wenn Freundinnen im selben Alter schon verheiratet sind und Kinder haben, gerät man als Frau unter Druck, da das Gefühl aufkommt nun „nachziehen” zu müssen. Sie sagen, dass Sie während des Gesprächs mit der Dame nicht angemessen reagieren konnten, vielleicht wäre es möglich das nachzuholen. Versuchen Sie ihr klar zu machen wie es Ihnen in der Situation geht und sagen Sie ihr was Sie noch immer für sie empfinden. Machen Sie sich in einem erneuten Gespräch eventuell auf die Frage gefasst wie viel Zeit Sie noch brauchen, bis Sie Ihrer Liebsten einen Antrag machen, denn so viel ist klar: Wenn Ihre Liebste Ihnen noch eine Chance gibt wird sie nicht noch ein paar Jahre auf einen Antrag warten wollen.
Ich hoffe ihnen helfen zu können, auch wenn das doch reichlich viel Text war. Liebe Grüße
Jessica

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dieblauenstunden 5. Juli 2013 - 10:05

Reicht euch die Hand und vertragt euch!
Und dann kann sich immer noch finden, was zusammengehört – oder eben vielleicht auch nicht. Es bleibt spannend ; )
LG Julia

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Sue 7. Juli 2013 - 01:02

Danke fuer die Informationen.

Haben SIe schon mal darueber nachgedacht, zu beten und Gott um Hilfe nach dem richtigen Weg zu bitten? Ihre innere Seele ist noch nicht bereit bzw. sich nicht klar. Ist sie wirklich ihre Herzensdame? Eigentlich ist die momentane Situation gut, um sich ueber die Gefuehle klar zu werden!
Wie geht es Ihnen im allgemeinen und vor allem wenn Sie sie sehen?

Sue

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groschenroman 7. Juli 2013 - 19:34

Tja, mein lieber Karl-Georg, wie wäre es, wenn Sie mal ein paar Groschenromane lesen und sich dort Anregungen holen? :-)

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