Karl-Georg aus Salzburg: Vorhang auf!

von Karl-Georg

Die Wahl des richtigen Verlobungsrings, der hübschesten Schuhe, des ausgefallensten Reiseziels, die Gestaltung eines perfekten Opernabends oder die Einrichtung des ersten gemeinsamen Heims im bevorzugten Stil – bei diesen äußerst essentiellen Dingen des Lebens ist es immer amüsant zu erfahren, was ein Mann dazu zu sagen hat. Also Vorhang auf für Karl-Georg, der uns mit seinen Anekdoten über seine Herzensdame unterhalten wird.

Meine sehr verehrten Damen!

Ich darf mich Ihnen vorstellen: Mein Name ist Karl-Georg, ich übe den ehrenwerten Beruf eines Rechtsanwalts aus und bin hocherfreut, Ihnen hier in dieser Kolumne in unregelmäßigen Abständen von meinem Leben zu berichten und Ihnen auch die eine oder andere Frage zu stellen. Ich muss nämlich gestehen, daß ich eventuell auf Ihre Hilfe angewiesen sein könnte. Warum das so ist, ist einfach erklärt:
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Wie es sich für einen Sprössling im heiratsfähigen Alter aus gutem Hause gehört, befolgt er den wohlwollenden Rat seiner Mutter. Eigentlich fühlt er sich zum Heiraten ja noch zu jung, trotzdem begibt er sich zwecks Brautschau auf den Heiratsmarkt der befreundeten Familien. Die Brautsuche erfolgt also in bekanntem Kreise, aber damit die standesgemäße Pirsch nicht allzu formell wirkt, fand diese in meinem Fall auf dem Jägerball in der Wiener Hofburg statt. Und dort erblickte ich SIE, meine Herzensdame!

Ich muss zugeben, dass mich der Anblick dieser bezaubernden Schönheit fast um meine Fassung brachte! Nach kurzer Sprachlosigkeit machte ich meine Freunde auf die Dame aufmerksam, um zu erfahren, daß das eine mir bekannte, entfernte Cousine von X sei, die jetzt von ihrem Kunstgeschichtestudium in Mailand und einem längeren Aufenthalt irgendwo in den USA in heimatliche Gefilde zurückgekehrt sei. Freilich konnte ich nur mehr wenig Ähnlichkeit mit dem zahnspangentragenden rebellischen Mädchen von einst, das ich wenig beachtet hatte, erkennen.

Am selben Abend begann ich noch, ihr nach allen Regeln der Kunst den Hof zu machen, was seine Wirkung auch nicht verfehlte, wie ich gestehen darf.

Seit diesem schicksalsträchtigen Ball sind nun mehr als sechs Jahre vergangen und ich bin mit meiner Herzensdame seit damals glücklich liiert (was sie selbst alles dazu zu sagen hat, muss ich Ihnen bei anderer Gelegenheit erzählen).

Und nun kommt das Problem: Ihr 30. Geburtstag naht mit großen Schritten, fast noch bedrohlicher ist aber die damit verbundene Torschlusspanik meiner Herzensdame, möchte sie doch endlich vor den Traualtar geführt werden, was auch ganz im Sinne meiner lieben Familie wäre… Nicht, daß eine Hochzeit für mich ausgeschlossen wäre, aber allzu eilig habe ich es damit auch nicht. Doch davon später.

Nun zu meiner Frage an Sie, mein lieben Damen: Wie kann ich meiner Herzensdame, ohne sie vor den Kopf zu stoßen, klarmachen, daß ich mein Junggesellendasein (wir haben zwei verschiedene Wohnungen) noch nicht aufgeben mag?

Herzlichst,

Karl-Georg

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9 Kommentare

groschenroman 1. März 2013 - 12:34

Das ist ja eine coole Rubrik! Liest sich fast wie ein Groschenroman. :-)

Antworten
Karl-Georg 7. April 2013 - 10:04

Vielen Dank, Groschenroman ist dies jedoch keiner, dafür ist das Thema ein zu ernstes.

Herzlichst, Karl-Georg

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Wilma 1. März 2013 - 13:31

Tja, Karl-Georg, einen Tipps habe ich für Sie nicht. Im Gegenteil – ich glaube, Sie sollten uns zuerst berichten, warum Sie es „nicht allzu eilig“ haben. Vielleicht entwickeln sich daraus Ideen für die Rettung Ihres Junggesellendaseins.

Antworten
Karl-Georg 7. April 2013 - 10:14

Mit Fragen und Antworten kommen neue Aspekte in den Fokus meiner Überlegungen und auch hier ist es so. Darum kann ich sagen, daß es nicht um die Rettung des Status-Quo oder gar einen Rückschritt auf der Beziehungsleiter geht. Vielmehr denke ich, daß es doch auch immer Mut braucht, den nächsten Schritt zu gehen und noch viel mehr Mut und Überlegung, will man den Schritt möglichst perfekt gestalten.

Herzlichst, Karl-Georg

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Sue 1. März 2013 - 15:39

Hallo,

niemand wird Ihnen wirklich weiter helfen, außer: Folgen Sie Ihrem Herzen!

von Sue

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Karl-Georg 7. April 2013 - 10:05

Der Rat einer klugen Dame :-)

Herzlichst, Karl-Georg

Antworten
MK 12. März 2013 - 20:42

Es ist ganz einfach.
Sie beenden die Beziehung.
Sie können nicht sagen ob Sie sie jemals heiraten wollen.
Dann wozu Ihre und ihre Zeit verschwenden? Sie möchte offenbar gern heiraten und sicher auch Kinder haben. Wann wird Ihnen klar sein was Sie wollen und wann?
Irgendwann stellen Sie fest, na das ist nichts für mich, und für sie fängt spät eine neue Suche an, IVF Risiko inklusive. Außerdem riskieren Sie ihren Ruf. Soo viele wollen nicht unbedingt ein „übertragenes Modell“(6 Jahre! dear me!)
Also, fair sein, Schlußstrich ziehen, wenns wirklich sein soll, finden Sie sich ja evtl wieder.

Antworten
Karl-Georg 7. April 2013 - 10:11

So einfach sehe ich das nicht, es geht um eine Beziehung, die einen nächsten Schritte nehmen kann. Ich nehme an, daß ihre Antwort ganz bewusst provokativ verfasst wurde – verdient habe ich es.

Herzlichst, Karl-Georg

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MK 7. April 2013 - 16:25

Na ja, das eine ist der perfekte Antrag, Ring, Hochzeit.
Das andere, und zwar das eigentliche ist die Ehe.
Da ist ein himmelweiter Unterschied, den viele – durch die Dynamik der Ereignisse – übersehen.
Ersteres ist völlig egal. Eine Fußnote in der eigenen Geschichte.
Zweiteres zählt.

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