Kostümgeschichte: Die glamourösen Achtziger

von Countess Claire

Den ersten Artikel im Neuen Jahr möchte ich heute der Kostümgeschichte widmen. Mein Lieblingsjahrzehnt des 20. Jahrhunderts, was die Mode betrifft, sind eindeutig die Achtzigerjahre, denn von Modesünden wie Schulterpolstern, Neonfaben und Karottenhosen einmal abgesehen, stand besonders die Glamour-Fashion für Eleganz, Opulenz und Extravaganz. Aus heutiger Sicht gab es aber wohl wie in keinem anderen Jahrzehnt so viele unterschiedliche, völlig konträre Modeströmungen.

 

Achtziger

Mode im Stil der Achtziger gibt es bei The Outnet.

Die Glamour-Fashion, die besonders von TV-Serien wie DallasDynasty-Der Denver Clan und Falcon Crest inspiriert war, zeigte sich in eleganten, gern auch schulterfreien Kleidern, High Heels mit Bleistiftabsätzen, Ensembles aus taillenbetonenden Röcken mit weiten Blusen oder Jacken, teils mit extremen Schulterpolstern und oft in schillernden Farben. Dazu trug man meist lange, toupierte Haare (Big Hair) und starkes Make-up. Man wollte demonstrieren, wer man ist und dass man sich teure Kleidung leisten kann.

Daneben gab es die Punkmode als Reaktion sowohl auf die Hippiemode der vergangenen beiden Jahrzehnte als auch als Gegenpol zur extremen Zurschaustellung von Reichtum im aktuellen Jahrzehnt. Sicherheitsnadeln, Patches, zerrissene Kleidung und Irokesenhaarschnitte waren die herausstechendsten Merkmale.

Madonna propagierte wiederum einen ganz eigenen, provokanten Stil: Dessous wurden nicht mehr drunter, sondern drüber bzw. solo getragen, man wählte fingerlose Spitzenhandschuhe, Netzstrümpfe, Miniröcke aus Leder und Lycra, Tubedresses (schlauchartige Gebilde) und viel Modeschmuck wie Creolen, Goldketten und Kreuzanhänger. Damit zeigte man nicht nur, wie sexuell befreit man war, sondern man grenzte sich auch von allzu androgyner Mode ab.

Auch der Preppy Style bzw. der Sloane Ranger Style bekamen in den Achtzigern ihren Namen. Zusammengefasst kann man diesen Look als konservativen, leicht spießigen Stil der reichen US-amerikanischen Oberschicht bezeichnen, eine Mischung aus „Britischer Landadeliger“ und „Schuluniform“. Näheres könnte ihr in meinen beiden Artikeln „Styling-Regeln für die Preppy Lady“ und „Styling-Regeln für den Sloane Ranger“ nachlesen.

Inspiriert von Tanzfilmen wie Flashdance oder Footloose kam die Fitnesswelle und mit ihr die Leggings, Schlabberpullover und Legwarmers. Neonfarben waren ganz besonders beliebt.

Außerdem existierte noch die Mode der Yuppies, der Popper (beide den Preppies nicht unähnlich) und die HipHopper mit Baggy Pants. Zwar fand man in den Achtzigern sehr viele Individualisten, doch im Gegenzug dazu wurde es immer wichtiger, Markenkleidung zu tragen, gern von VersaceGaultier oder Lacroix.

Dass Mode im Stil der Achtziger noch immer sehr beliebt ist, wenn auch in abgemilderter Form, zeigt euch meine kleine Collage vom amerikanische Online-Designer-Outlet „The Outnet“.

Wie gefällt euch denn die Mode dieses Jahrzehnts? Gibt es eine Stilrichtung, die euch geprägt hat?

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11 Kommentare

Sanne 6. Januar 2014 - 18:10

Liebe Claire,
mußt Du mich im Neuen Jahr mit all seinen frisch aufpolierten Vorsätzen gleich an meine längst begrabenen (Mode-)Sünden erinnern? Der Höhepunkt damals waren die Schulterpolster mit Klettband in Pullovern, die auch schon mal zu einem Buckel verrutschten. Kein Witz, ist mir selbst passiert! Und natürlich die schrecklichen Clochard-Hosen und … und … und. Mein Gott, was hat man nicht alles getragen.
Dir noch nachträglich ein glückliches, erfolgreiches und gesundes 2014.
Liebe Grüße – S

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Countess Claire 6. Januar 2014 - 20:44

Liebe Sanne,
Dir auch alles Gute für 2014! Ja, stimmt schon, es hat schreckliche Modesünden gegeben, aber eben auch die Dallas-Denver Clan-Mode, die ich immer noch toll finde.
Liebe Grüße,
Claire

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Elle 11. Januar 2014 - 23:35

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groschenroman 6. Januar 2014 - 19:16

Liebe Claire, ich wünsche Dir ein frohes und gesundes Neues Jahr und bin sehr überrascht über Deinen aktuellen Artikel. Die Mode der 80er Jahre ist für mich ein Alptraum, anders kann ich es nicht ausdrücken. Liegt vielleicht daran, dass das meine Teeniezeit war, in der man ja selbst nie so genau weiß, was man will und was einem steht. Deshalb ist die Mode der 80er für mich immer verbunden mit Unsicherheit. Diese Schulterpolster, die furchtbaren Schluppenblusen und, nicht zu vergessen, der Minipli auf dem Kopf und Handtaschen unter dem Arm. Nichtsdestotrotz: ich bin ein großer Dallas-Fan.

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Countess Claire 6. Januar 2014 - 20:53

Liebe Carola,
Vielen Dank, das wünsche ich dir auch!
Für viele sind die Achtziger ganz, ganz schrecklich, ich weiß das, kann es aber gar nicht nachvollziehen. Ich verbinde damit stylingmäßig immer den Look meiner Mutter und einiger Tanten, die tolle Kleider getragen haben (im Nachhinein nenne ich das Glamour-Fashion bzw. Dallaslook) und damit sehr mondän und chic ausgesehen haben. Und ich muss gestehen, dass ich schon öfters eine „Modenschau“ mit den Eighties-Sachen meiner Mutter gemacht habe ;-)
Schlimm finde ich modemäßig dann aber die Neunziger. Ich denke, Ende der Achtziger und in den Neunzigern gab es dann nicht mehr viel Elegantes. Schlabbrige T-Shirts und weite Jeans haben ihren Siegesfeldzug angetreten.
Liebe Grüße,
Claire

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sue 6. Januar 2014 - 20:32

Liebe Claire,

ich wünsche Dir ein gesundes und frohes Jahr 2014.

Ich erinnere mich an die Hosen und den heutigen Abklatsch davon: die Chino, ich hatte mit ihr zuerst so meine Anfangsprobleme, trage sie nun aber hin und wieder mal. Dann erinnere ich mich heute noch gerne an eine obercoole Bluse damals. fuchsia-farben mit vielen schwarzen kleinen Strichen und einen extravaganten Ausschnitt, der eigentlich für meine Oberweite nicht gemacht war, aber egal…. Mag diese Zeit, auch in Mode war ja meine Teenagerzeit….

Liebe Grüße
Sue

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Countess Claire 6. Januar 2014 - 20:59

Liebe Sue,
Dir wünsche ich auch ein gutes und gesundes neues Jahr!
Chinos mag ich ganz gern, aber es stimmt, sie sind schon so ein bisschen“karottenmäßig“. Diese Bluse war sicher toll! Ich liebe diese Zeit ebenfalls, nicht nur die Mode, auch die Musik, die wurde ja dann auch noch in den Neunzigern auf „Mensafestln“ (Unifeste in Österreich) rauf und runter gespielt.
Liebe Grüße,
Claire

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Amalia 7. Januar 2014 - 12:11

Liebe Claire,

wie schön, dass Du wieder da bist, alle guten Wünsche zum neuen Jahr!
Deine Begeisterung für die Mode der 80er finde ich bedenkenswert, auch wenn ich damit auf Anhieb ähnliche Gefühle verbinde wie Groschenroman. Es gab da neben Schulterpolstern, Moon-Washed-Jeans, Steghosen, Crash- und Fliegerseide, seltsamen Prints und Farben vor allem auch viele Schnitte, die wenig vorteilhaft wirkten… Aber ich gestehe, Joan Collins sah recht eindrucksvoll aus. Schicker fand ich damals die Dallas-Crew, da waren mehr jet-settige Elemente der 70er vorhanden. Wie ich das heute sehe, überlege ich mir noch…
LG,
Amalia

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Countess Claire 8. Januar 2014 - 10:41

Liebe Amalia,
Ich freue mich auch, dass du als Leserin 2014 dabei bist und wünsche dir auch alles Gute!
Ja, die schrecklichen Modesünden der Achtziger sind mir auch noch in Erinnerung, mir sind eben wieder diese furchtbaren Jogging High Turnschuhe eingefallen…
Das, was mir an den Eighties gefällt, ist aber ausschließlich die Glamour-Mode à la Dallas oder Denver Clan.
Liebe Grüße,
Claire

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Monika 7. Januar 2014 - 14:56

Hallo Claire,
Dein Artikel war wie eine kleine Zeitreise für mich. Aus heutiger Sicht gab es viele Modesünden in den 80ern, Hosenanzüge mit Schulterpolstern und
aufgekrempelten Ärmeln im Miami Vice Style, Ballonröcke und Big Hair, aber wir fühlten uns damals chic so gestylt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Brautmode der damaligen Zeit, viele meiner Freundinnen trugen Kleider mit voluminösen Ärmeln, inspiriert durch das üppige Brautkleid von Princess Diana.
Vielen Dank für den schönen Post und alles Gute fürs neue Jahr.
LG Monika

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Countess Claire 8. Januar 2014 - 10:50

Liebe Monika,
Ach ja, dieses Brautkleid…war nie so ganz mein Geschmack ;-)
Vielen Dank für deine lieben Worte und dir auch ein gutes neues Jahr!
Liebe Grüße,
Claire

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