Neue Taschen aus alten Segeln

von Countess Claire

Seit Anfang September gibt es an der idyllischen Zürcher Goldküste den neuen Flagship Store Resailing, den ich euch unbedingt vorstellen möchte. Sandra Hänni näht neue Taschen aus alten Segeln, die schon dem ein oder anderen Sturm getrotzt haben. Jedes Stück ist ein Unikat und „Swiss Handmade – am Zürichsee“. In Sandras Ladenlokal an prominenter Meilener Adresse fühlt man sich quasi im „Segelhimmel“. Einzigartige Taschen in verschiedenen Designs, Rucksäcke, Necessaires sowie diverse Accessoires wie Schlüsselanhänger im Nautical Style erfreuen das Herz der Kunden. Die Lounge- bzw. Bootskissen sind wirklich traumhaft und passen übrigens perfekt in jedes Bubenzimmer im klassisch-preppy-maritimen Style!

Ich freue mich, Sandra von Resailing heute bei uns hier am Blog begrüßen zu dürfen. Lassen wir sie doch gleich selbst erzählen!

neue Taschen aus alten segelnDa sieht man sofort, dass die Tasche aus einem Schweizer Segeln genäht ist, nicht? Foto: S. Hänni

Resailing – Unikate vom Zürichsee

Liebe Sandra, seit einigen Wochen gibt es jetzt den Flagship Store Resailing an prominenter Adresse in Meilen am Zürichsee. Wie bist du denn eigentlich auf die Idee gekommen, ein eigenes Label zu gründen und Resailing ins Leben zu rufen?

Vor bald vier Jahren habe ich mit Nähen begonnen – zuerst Kinderkleider. Dann hat mir mein Schwiegervater, ein passionierter Segler, sein altes Segel geschenkt. Das Material gefiel mir und ich tüftelte an der ersten Segeltasche. Bald gab es eine zweite und eine dritte – und das Label Resailing war geboren.

Wie erklärst du dir eigentlich die große Beliebtheit von allem, was mit See, Segeln, Ankern, Booten zu tun hat und den maritimen Stil, oder nennen wir ihn besser Nautical Style, denn wir sind ja hier am Zürichsee und nicht an der Nordsee?

Das Nautische gibt uns ein Gefühl der Freiheit, des Aufbrechens nach neuen Ufern, es weckt die Sehnsucht nach weiten Horizonten. Mit den Resailing-Unikaten, die ich aus gebrauchten Segeltüchern nähe, kann man sich dieses Gefühl ein Stück weit nach Hause holen.

Liebe zum Detail: Der praktische Karabinerverschluss. Foto: S. Hänni

Nachhaltigkeit

Stichwort Nachhaltigkeit und Upcycling: Wie wichtig ist deinen Kunden, etwas Handgemachtes aus gebrauchten Materialien zu kaufen?

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Wir werden uns bewusst, dass die Wegwerfmentalität keine Zukunft hat. Der Trend nach bewussterem Einkaufen statt masslosem Besitz nimmt zu. Meine Kunden schätzen es, ein Unikat in den Händen zu halten, welches „Made in Meilen“ ist, statt „Made in China“.

Die Taschen zauberst du ja aus alten Segeln. Ist da die Lage an der Goldküste von Vorteil? Könntest du dir auch vorstellen, an irgendeinem anderen Ort in der Schweiz zu produzieren bzw. in Zürich einen Store zu haben? Bist du hier an der optimalen Location für alles, was mit Segeln zu tun hat?

Meilen ist ein idealer Standort für Resailing, weil es hier viele Segler gibt und die Leute, die hier am See wohnen eine Affinität zum nautischen Lifestyle haben. Natürlich könnte Resailing auch an einem anderen Ort seine Taschen produzieren – dass die Kunden hier direkt in mein Atelier blicken und mir bei der Arbeit zusehen können, ist aber sicher interessant.

neue Taschen aus alten segelnDer Resailing – Flagshipstore an der Zürcher Goldküste. Foto: S. Hänni

Der Weg zum Unternehmerdasein

Du bist ursprünglich Journalistin. Kannst du uns ein bisschen was darüber erzählen, wie es für dich ist, nun Unternehmerin mit einem eigenen Label zu sein? Wie ist es für dich, nicht mehr ausschließlich online zu verkaufen, sondern ein eigenes Ladenlokal zu haben?

Die 20 Jahre im Journalismus waren sehr spannend. Als ich vor bald 8 Jahren Mutter wurde, war für mich aber auch bald klar, dass ich mich beruflich neu orientieren wollte. Mehr Flexibilität war für mich nur möglich, wenn ich mein eigener Chef sein konnte. Das zweite „Baby“ Resailing wuchs nebenbei auf und über die Jahre entschied ich mich, voll auf die Karte Selbständigkeit zu setzen. Mit dem eigenen Ladenlokal habe ich nun die Möglichkeit Resailing sichtbarer und bekannter zu machen. Die direkten Kundenfeedbacks sind für mich sehr wertvoll – und waren im Online-Geschäft schwieriger zu erlangen.

Sandra Hänni beim Zuschnitt eines Segels. Foto: L. Hänni

Fertigst du deine Taschen auch auf speziellen Kunderwunsch an beziehungsweise kann man den Auftrag geben wie zum Beispiel: Ich möchte gern eine Tasche mit exakt diesen Abmessungen sowie jenen Aufdrucken und Emblemen?

Ich bin offen für individuelle Anfragen und freue mich auch Taschen auf Kundenwunsch zu designen und zu nähen. Wenn der Aufwand jedoch das im normalen Rahmen Machbare deutlich übersteigt, muss ich jeweils ablehnen. Da ich alles in Alleinregie mache, muss ich meine Ressourcen sinnvoll einteilen.

Du hast einen Onlineshop und verschickst schweizweit. Wie kommen internationale Kunden zu deinen Stücken?

Indem sie eine Reise an den wunderschönen Zürichsee nach Meilen planen und ihr Unikat im Resailing Flagship-Store auswählen. In Ausnahmefällen versende ich aber auch ins Ausland.

Raritäten im nautischen Stil

Hast du vor, dein Angebot noch auszubauen, eventuell mit anderen Dekorationsgegenständen oder weiteren Accessoires im passenden Stil? Ich bewundere ja den tollen Rettungsring und die Anker in deinem Store.

Grundsätzlich halte ich die Augen immer offen nach nautischen Trouvaillen, welche ich zur Dekoration in meinen Laden stelle. Um das Einkaufserlebnis noch authentischer zu machen, besteht durchaus die Möglichkeit, vereinzelte Raritäten bei mir zu kaufen. Zudem entwickle und nähe ich laufend weitere einzigartige und praktische Produkte aus Segeltuch. An der Kreativität mangelt es bei mir zum Glück nie – nur an der Zeit.

Necessaires im Nautical Style für Schminksachen, Reisemedikamente oder Schreibzeug. Foto: S. Hänni

Liebe Sandra, herzlichen Dank für dieses interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!

Sandras Flagshipstore findet ihr unter folgender Adresse: Kirchgasse 36, CH-8706 Meilen, www.resailing.ch.

Wer noch mehr Bilder sehen will, besucht ihr Instagram-Profil resailing.ch.

Liebe Leser und Leserinnen, ist die Idee „Neue Taschen aus alten Segeln“ denn nicht etwas ganz Besonderes? Wie gefällt euch der Nautical Style?

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2 Kommentare

Melanie 21. Oktober 2019 - 09:26

Liebe Claire, der Nautical Style ist eine wunderbare Sache! Für uns allerdings textil- und einrichtungstechnisch nicht zuhause im ländlichen Salzburg, sondern lieber direkt auf dem Boot: Streifen in den entsprechenden Farben (statt weiß schmutzunempfindliches beige zu blau und rot), ein Proviantnetz in der Pantry (Obst „zerkugelt“ sich darin bei Seegang weniger), Nützliches wie Wetterglas, Glocke, oder die Beleuchtung aus aus blankem Messing, der Rest poliertes Holz (das macht neben der Decksarbeit genug Aufwand); Steuerräder, Anker und Segelboote setzen wir auf Textilien und Geschirr kaum ein: wir steuern unsere alte Dame mit der Pinne, der Anker ist im Original ohnehin dabei und erfüllt hoffentlich seinen Zweck, textile Segelboote auf einem Segelboot dosieren wir lieber sparsam – das Segeln hat uns über die Jahre eher pragmatisch als romantisch gemacht, daher zu Hause bewusst das Festländisch-Erdige; kleidungstechnisch outen wir uns allerdings immer wieder durch Bretonshirts, Bootsschuhe, Segel- und Cabanjacken statt Wachsjacken und dadurch, dass wir unsere Seesäcke auch für „Binnenreisen“ verwenden. Praktische und vor allem strapazierfähige Transporttaschen aus unseren alten Segeln macht direkt vor Ort der Tappezziere; die auf den obigen Fotos gesehenen, wirklich schönen Details von Resail und das persönliche Interview haben mich nach dem Post auf Instagram allerdings sehr neugierig gemacht – vielleicht sollte ich den nächsten Stopover in Zürich für etwas Anderes nutzen, als für einen Kaffee an der Limmat oder am See… Vielen Dank für die Inspiration! Liebe Grüße, Melanie

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Countess Claire 21. Oktober 2019 - 19:16

Liebe Melanie,
Herzlichen Dank für deinen Kommentar.
Ich sehe, du bzw. deine Familie seid Segler! Wunderbar!
In meiner Brust schlagen ja auch mehrere Herzen, was Kleidung, Accessoires und Interieur betrifft: der preppy-maritime Hamptons Style, der British Style, der altösterreichische Stil von Loden, Trachtenhüten, schönbrunnergelben Fassaden und Salzkammergut-Veranden. Alle haben es mir angetan! Darum kann ich absolut nachvollziehen, was du schreibst. Bretonshirts, Segelschuhe oder eben eine Badetasche aus altem Segeltuch passen aber immer, auch wenn man nicht sein ganzes Haus im Nautical Style einrichten möchte. Wachs- und Cabanjacken sind ohnehin kein Widerspruch, oder ;-)
Auf jeden Fall solltest du dir mal die Goldküste anschauen, sehenswert! Würde mich freuen!
Liebe Grüße,
Claire

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