Styling-Regeln für den Sloane Ranger

von Countess Claire

Als Ergänzung zu meinem Artikel „Der Sloane Ranger – Vertreter der britischen Upper Class“ könnte ihr heute noch genau nachlesen, wie sich der weibliche Sloane Ranger stylt und welche Marken er trägt.Es geht also im Styling-Regeln für den Sloane Ranger.

Seitdem der Stil des Sloane Ranger in den Achtzigerjahren erstmals beschrieben worden ist, hat sich zwar einiges geändert, besonders die Schnitte der Kleidungsstücke (früher möglichst weit, damit man die weibliche Figur nicht erkennt) wurden modifiziert, die Basics sind aber gleich geblieben.

 

Sloane-Ranger-Style

Ein modernes Sloane Ranger Styling von
Really Wild Clothing.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Stil der amerikanischen Preppies (siehe hier: „Styling-Regeln für die Preppy Lady„) dem der Sloane Ranger sehr ähnlich ist.

Die Prinzipien von beiden lauten „Quality, Conservatism, Classicism„. Qualitativ hochwertige, klassisch-konservative Kleidung ist für einen Ranger einfach die modemäßige Voraussetzung. Der Einfluss von Sloane Ranger Models, großteils mit adeligem Hintergrund wie Jodie Kidd (Urgroßenkelin von Baron Beaverbrook), Honor Fraser (Schwester von Lord Lovat), Stella Tennant (Enkelin des Dukes of Devonshire) bzw. Sophie Dahl (Enkelin des Autors Roald Dahl) hat aber dafür gesorgt, dass der Stil des Sloane Rangers heutzutage ein bisschen stylischer und trendiger geworden ist.

Was trägt der Sloane Ranger

  • Blusen: gestreift, kariert, uni in vielen verschiedenen Farben
  • Röcke: Faltenröcke (inkl. einem navyblauen knielangen Exemplar), Schottenröcke, aber auch Miniröcke aus Cordstoff
  • Hosen: Skinnyjeans, Reiterhosen, schmale Cordhosen. Knickerbockers werden seit den Achtzigern jedoch nicht mehr gesehen.
  • Pullover: Kaschmir (V- und Rundhalsausschnitt), Aran Pullis (aus irischer Tweedwolle), Guernsey (traditioneller Wollpullover der Kanalinsel Guernsey), Fair Isle (typischer, schottischer Strickpullover, welcher in bunten Mustern gefertigt wird), Rollkragenpullover, Zopfpullover
  • Gilets
  • Mäntel/Jacken: Barbourjacke, knielange taillierte Tweedmäntel, Burberry-Trenchcoat
  • Anlassmode: immer High Class, knielange Kleider, Mantelkleider, große Abendroben
  • Schuhe: Bootsschuhe, Reiterstiefel, Gummistiefel, Loafers, Pumps, im Sommer Wedges
  • Accessoires: Hermès-Tücher, edle Lederhandtaschen, Clutches für den Abend, Hüte, Fascinators, Tweedkappen

Welche Farben trägt der Sloane Ranger

„Fröhliche“ Farben wie Grün, Rot und Dunkelblau sind am traditionellsten, Schwarz ist aber in der letzten Zeit ebenso beliebt. Creme, Beige, Pastell.

Welche Marken trägt der Sloane Ranger

  • Barbour, Really Wild Clothing, Jack Wills für Casual Wear. Alice Temperly, Matthew Williamson, Emilia Wickstead für Anlassmode. Burberry Trenchcoat. Tweedmäntel von Katherine Hooker
  • Schuhe von Sebago, Hunter (Gummistiefel), LK Bennett
  • Handtaschen zB. von Mulberry

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Duchess of Cambridge den Stil des Sloane Ranger perfekt verkörpert. Dies gesteht ihr auch Peter York in „Cooler/Faster/More Extensive: The Return of the Sloane Ranger“ von 2007 (werde ich euch demnächst vorstellen) zu, obwohl er sich schon in seiner Einleitung „The Problem with Kate“ sehr herablassend über sie und ihre bürgerliche Herkunft äußert.

Wie gefällt euch der Stil des Sloane Ranger? Ist er für euch im Prinzip derselbe wie der des Preppies oder doch mehr „british“?

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8 Kommentare

Anita 9. Dezember 2013 - 12:51

Liebe Claire!

Um ehrlich zu sein, ich mag die Zuordnung zu einer Gesellschaft nach den hierfür typischen Kleidungsstil nicht!

Denn es hängt mehr daran, also nur der Status und evtl. der Titel.
Natürlich trage ich gern die Kleidungstücke, aber nicht weil es einen bestimmten (gewünschten) Status darstellt, sondern, weil die robust, chic, zeitlos und durchdacht sind und manchmal trage ich diese auch nicht in der Öffentlichkeit, denn ich will nicht den Eindruck erwecken, dass ich was besseres bin.

Ich wünschte viele (junge) Mädels würden mal, weil sie gern zu jeder oder welcher Gesellschaftsschicht angehören möchten, sich mal er kündigen, wie es dort so ist, und dass Kleidung, Geld und Status nicht alles ist und auch mal eine Zeitreise in die Vergangenheit machen sollen, um herauszufinden wie der Eine oder Andere an sein Land und sein Statuts gekommen ist.

Zum Glück sind jetzt andere Zeiten! Auch wenn der Titel (Kontakte) noch die eine oder andere Tür öffnen können, doch die Leistung und das Können ist weit wichtiger, als der Familienname und die Herkunft.
Viele Grüße, Anita

Reply
Countess Claire 9. Dezember 2013 - 14:15

Liebe Anita,
Danke für deinen Kommentar! Ich kann dir nur sagen, dass ich ganz deiner Meinung bin, hoffentlich merkt man bei meinen Artikeln ua. zum Preppy bzw. Sloane Ranger Style auch die leise Ironie in meinen Worten.
Ein Grund, warum ich sehr gern in der Schweiz lebe, ist übrigens, dass hier die Leistung viel mehr zählt. Akademische Titel, Nachnamen (Ö), Adelstitel (D) sind hier überhaupt nicht wichtig. Aber kein Land ist frei von irgendeinem Klassensystem. In der Schweiz ist, wie schon erwähnt, Leistung sehr, sehr wichtig, Geld spielt aber auch eine große Rolle.
Tatsache ist aber, dass die Oberschicht oder wie immer man das nennt, eine wahnsinnig große Anziehungskraft ausübt, ob man das jetzt gut findet oder nicht. Ich bekommen sehr viele Anfragen, wie man eine Dame wird, in die Upper Class kommt, wie man sich richtig kleidet, damit man „Aristos“ oder was auch immer, kennenlernt und in ihren Kreisen reüssieren kann etc. etc.
Das alles versuche ich objektiv zu beantworten; ob es wirklich erstrebenswert ist, ist eine ganz andere Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.
Liebe Grüße,
Claire

Reply
Anita 14. Dezember 2013 - 15:57

Hallo Liebe Claire!
Ich möchte nicht mit Dir tauschen. Ich glaube Dir, dass Du viele Anfragen in dieser Hinsicht erhältst und ich muss Dir ein Lob aussprechen. Du beantwortest sehr souverän alle Fragen, die ich mal so bei den Kommentaren (offen) lesen kann. Hut ab, es ist nicht einfach, vor allem, da Du ja auch aus einer dieser Gesellschaftsschicht stammst.

Ich glaube auch, dass die Mädchen sich das Leben zu einfach vorstellen. Sie möchten den Luxus, Geld zum Ausgeben, nicht Arbeiten und Dauer Urlaub haben, so habe ich den Eindruck. In der Gesellschaftsschicht der Aristokraten ist es anders. Tradition, Zurückhaltung, und Ehre. Das Geld Sitz ist in einer anderen Branche wesentlich lockerer und beinhaltet mehr Spaß beim Geld ausgeben. Denn die müssen keine Schlösser beheizen, renovieren und instandhalten. Land und Wald bewirtschaften und sich (vielen) wohltätigen Angelegenheiten widmen.

Warum auch diese Gesellschaftsschicht so anziehen ist? (Fast) jeder will das was er nicht hat oder sich nicht kaufen/leisten kann.
Aber macht das einen Glücklicher oder wie Du es schon richtig sagt „ist das erstrebenswert“?!
Nun, Titel kaufen, geht ja doch, durch erkaufte Adoption. Na ja, so mache „Dr.“ werden ja auch gekauft. Nun, die historischen Titel sind ja auch erkauft worden, doch da war das Zahlungsmittel nicht immer nur Geld, denn der König hat ja auch nicht die Titel einfach so vergeben.

Ganz liebe Grüße in die Schweiz (tolle Wahlheimat!)
Anita

Reply
Countess Claire 17. Dezember 2013 - 17:51

Liebe Anita,
Vielen, vielen Dank für deine lieben Worte!
Eine schöne Woche wünsche ich dir.
Liebe Grüße,
Claire

Reply
Sanne 9. Dezember 2013 - 18:13

Liebe Claire, Liebe Anita,
Ihr sprecht mir aus der Seele. Als ich den Beitrag gelesen und einen Blick in meinen Kleiderkasten geworfen habe, mußte ich ein wenige erschrocken feststellen, daß ich über weiter Strecke diesen Stil repräsentiere. Aber, Gott bewahre, nicht in diese oder eine andere Schublade gesteckt werden möchte.
Was ist, frage ich mich manchmal, so reizvoll daran, etwas anderes darstellen zu wollen, als man ist und dabei ja doch nur eine (billige, na ja, das kann ganz schön ins Geld gehen) Kopie zu sein.
Herzliche Grüße – S

Reply
Countess Claire 10. Dezember 2013 - 10:14

Liebe Sanne,
Schwierige Frage. Aber eigentlich ist der Wunsch nach Aufstieg ja völlig legitim. Weiterbildungen, Karriere etc. führen doch auch genau dazu. Aber es ist gesellschaftlich akzeptiert und jeder wird bewundert, der von der Unterschicht in die Mittelschicht aufsteigt (wenn man bei dem altmodischen „Schicht“-Konstrukt bleiben möchte), bei einem Wechsel in die Oberschicht gilt man schnell als Aufsteiger und Emporkömmling. Vielleicht spielen die Motive dahinter eine Rolle.
Liebe Grüße,
Claire

Reply
Mode-Legasthenie 17. Dezember 2013 - 16:22

Liebe Claire,

ein Teil meiner Familie stammt vom Niederrhein, daher kenne ich den Ausdruck „Noojemeckte“, Hochdeutsch Nachgemachte. Diese spöttische Umschreibung zielt auf Leute ab, die unbedingt etwas darstellen wollen, was sie nicht sind. Ein ziemlich vernichtendes und entlarvendes Urteil! Ich denke, man sollte authentisch bleiben und zu sich selbst stehen. Würde ich mich nach den oben beschriebenen Regeln kleiden, wäre es wie an einem Fest der oben genannten Region… Karneval:-)

Denn nicht nur die Kleider machen Leute!

Lieben Gruß
die Mode-Legasthenie

Reply
Countess Claire 17. Dezember 2013 - 17:55

Liebe Mode-Legasthenie,
Ich weiß genau, was du meinst ;-)
Man sollte sich und seinem Stil treu bleiben, sonst ist es nicht mehr authentisch. Da hast du auf jeden Fall Recht!
Allerdings ist der Sloane Ranger Style nichts Ungewöhnliches, er ist im Grunde ja wie der Preppy Style, der nicht nur bei Preppies sehr beliebt ist.
Liebe Grüße,
Claire

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