Tischsitten oder die Kunst, sich bei Tisch richtig zu benehmen, Teil 1

von Countess Claire

Immer wieder stelle ich mit Erschrecken fest, dass es für viele nicht selbstverständlich ist, sich bei Tisch gut und richtig zu benehmen. Ist es die fehlende Kinderstube, ein allgemeines Desinteresse an Benimmregeln oder schlicht der Zeitmangel, der dazu führt, dass den Tischsitten immer weniger Beachtung geschenkt wird? Ich weiß es nicht, vermute aber, dass es vor allem an der mangelnden Erziehung liegt. Wer schon von klein auf trainiert wird, wie man korrekt mit Gabel und Messer umgeht, dass man beim Trinken niemals den Ellbogen auf dem Tisch aufgestützt lässt oder dass auch die linke Hand auf den Tisch gehört, wird es als Erwachsener, sei es im Berufsleben bei Geschäftsessen oder in Gesellschaft, leichter haben.

Doch Vorsicht! Niemals sollte man sich hinreißen lassen, andere zu belehren, wie man sich bei Tisch benimmt, außer es handelt sich bei den zu Belehrenden um die eigenen Kinder oder man schreibt gerade einen Artikel. Keineswegs sind gute Tischmanieren aber nur ein Mittel zur Selbstdarstellung, damit man zeigt, dass man eine gute Kinderstube genossen hat, sondern sie dienen auch dazu, dass das Essen für alle Beteiligten zu einem angenehmen Erlebnis und nicht durch unschöne Anblicke gestört wird.

Tischsitten 2

Korrekte Tischmanieren sind unverzichtbar, auch wenn man nicht an einer Tafel wie dieser speist.

Hier geht es aber nicht darum, wie man einen Hummer fachgerecht zerlegt oder Austern richtig öffnet, denn nicht jeder hat die Gelegenheit, diese zu essen. Nein, es geht um die Basics, die man wirklich kennen sollte, die aber trotzdem oft Schwierigkeiten bereiten.

Beginn der Mahlzeit und das Wünschen von „Gutem Appetit“

Man beginnt mit dem Essen erst dann, wenn alle Anwesenden inklusive des Gastgebers sitzen und versorgt sind. Bei einer größeren Tafel kann es dazu kommen, dass man dann nur mehr lauwarme Speisen vor sich stehen hat. Abhilfe schaffen da vorgewärmte Teller und Schüsseln. Vielerorts wird der Brauch, erst mit dem Essen zu beginnen, wenn alle bedient sind, als spießig angesehen.

Überflüssig ist aber das ständige Wünschen von gutem Appetit, leider ist es weit verbreitet. Bei offiziellen Essen war dies zwar ohnehin noch nie üblich, im privaten Rahmen sollte sich aber auch allmählich herumgesprochen haben, dass das, wenn schon nicht direkt ein Fauxpas, nicht wirklich korrekt ist. Elegant ist die nonverbale Variante: der Gastgeber greift zum Besteck, lächelt in die Runde und gibt somit indirekt das Zeichen, dass man beginnen kann. Die meisten Angehörigen oberer Gesellschaftsschichten wünschen übrigens niemals guten Appetit, sondern starten einfach mit dem Essen. Gründe, warum das Wünschen von „Gutem Appetit“ nicht angebracht ist, gibt es einige: hat man selbst gekocht, klingen solche Worte, von einem selbst gesprochen, wie Eigenlob. Andererseits ist es auch absurd, dass ein Gast der Gastgeberin guten Appetit wünscht. Außerdem ist man heutzutage eher darauf bedacht, maßvoll zu essen. Ein guter Appetit hat aber nicht unbedingt mit Maß zu tun. Angesichts des Hungers in vielen Ländern ist diese leere Floskel auch nicht angebracht. Eine Ausnahme bilden hierbei die Kellner. Sie dürfen einen guten Appetit wünschen, das ist schließlich eins ihrer Hauptanliegen. Nervtötend ist aber, wenn man beim vierstündigen Dreizehngang-Menü nach jedem Gang gefragt wird, ob es „gefallen“ hat bzw. ob es „schön“ war. Wenn Ihnen jemand „Guten Appetit“ wünscht, stoßen Sie ihn aber nicht vor den Kopf, indem Sie ihn belehren, dass man das nicht tut, sondern danken Sie freundlich.

Eine andere unsinnige Floskel ist „Mahlzeit“. Ursprünglich lautete diese „Gesegnete Mahlzeit“ und wird auch heute noch mancherorts mit dem Tischgebet im oft ländlichen, sehr religiösen Umfeld gesprochen. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Nur wenige denken aber noch an die eigentliche Bedeutung des Wortes. Von neun Uhr vormittags bis zum Nachmittagskaffee wünscht man sich „Mahlzeit“, gleichwohl, ob der Begrüßte beim Essen ist, vom Essen kommt oder zum Essen geht. Eine völlig sinnlose Floskel, die antiquiert ist und sehr stark mit Biederkeit behaftet ist. Darum: bitte kein „Mahlzeit“!

In der Schweiz wünscht man sich vor Beginn der Mahlzeit „En Guete“ oder „En Guete mitenand“. Dagegen möchte ich keinen Einwand erheben, denn diese Worte sind wirklich in jeder Gesellschaftsschicht üblich.

Korrekter Gebrauch von Besteck und Gläsern

Weingläser werden am Stiel angefasst, um unschöne Fingerabdrücke am Glas zu vermeiden und um zu verhindern, dass sich der Inhalt erwärmt. Außerdem wird nur so ein schöner Klang beim Anstoßen (falls man das überhaupt macht, doch dazu ein anderes Mal) erzeugt. Stehen rechts oben seitlich des Tellers mehrere Gläser, werden sie von rechts außen nach rechts innen verwendet. Der Unterschied zwischen Weißwein-, Rotwein-, Sekt- und Wassergläsern sollte klar sein, ansonsten verweise ich hier auf die Ergebnisse der Bildersuche bei Google.

Das Besteck dient zum Portionieren der Speisen, nicht aber zur Untermauerung seiner Argumente. Nicht erst einmal musste ich mitansehen, dass jemand, um dem Gesagten noch mehr Nachdruck zu verleihen, mit dem Messer gestikuliert hat. Ein furchtbarer Anblick. Kratzgeräusche des Messers beim Schneiden auf dem Teller sollte man vermeiden. Benutztes Besteck wird niemals wieder auf den Tisch bzw. das Tischtuch gelegt, sondern bei einer kurzen Unterbrechung des Essens gekreuzt mit dem Gabelrücken nach oben auf den Teller gelegt. Messer werden niemals abgeleckt. Die Beendigung des Essens zeigt ein parallel liegendes Besteck diagonal auf dem Teller an, Gabelrücken nach unten, Messerschneide zur Gabel ausrichten.

Es sollte selbstverständlich sein, das Servierbesteck zu verwenden, wenn man sich von angebotenen Speisen bedient und nicht etwa die eigene Gabel.

Gibt es mehrere Gabeln und Messer, werden diese von außen nach innen benützt. Das kleine Besteck meist oberhalb des Tellers ist das Dessertbesteck. Die Gabel gehört hierbei in die linke, der Löffel oder das Messerchen in die rechte Hand. Die Regeln sind hier aber nicht so streng.

Demnächst geht es weiter mit dem zweiten Teil zum Thema Tischsitten. Ihr könnt dann alles Wesentliche über den Gebrauch der Serviette nachlesen, außerdem gibt es Antworten zu den Fragen „Wohin mit den Händen?“ und „Wohin mit der Handtasche?„.

Ist euch die Einhaltung der korrekten Tischsitten wichtig oder nehmt ihr es nicht so genau? Wie haltet ihr es mit dem Wünschen von „Gutem Appetit“?

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26 Kommentare

Lady Petite 7. September 2014 - 12:10

Liebe Claire, wie recht Du hast.
Das geht schön spielerisch, die Kinder bereits in jungen Jahren an das Tischdecken integrieren. Weil die Kleinen immer durcheinander kommen und auch Fragen, habe ich den den folgenden Satz verwendet: Gabelllllll-> Links, Messerrrrrr -> Rechts (inklusive vorzeigen, also Wörter und Bild). Seit dem keine Fragen mehr. Süß war es auch, wenn man dann aus dem Nebenzimmer nur hörte, wie die untereinander immer den Satz bzw. die Wörter sagten. Es funktioniert wunderbar und passt so schön:) (in deutschsprachigen Raum). Diese Kultiviertheit gilt wohl nur in Europa. Auf den britischen Jungferninseln, waren viele Amerikaner und haben sich über uns lustig gemacht, weil wir mit Messer & Gabel aßen. Ein britisches Pärchen gesellte sich dann auch bald zu uns, die waren es auch leid, immer belächelt zu werden. Ich finde es ist nicht lächerlich sich benehmen zu können, es schindet eher eindruck, auch wenn so manches in laufe der Zeit sich anpasst. Bin daher schon auf Dein „Gläser anstoßen“ gespannt;) Schönen Sonntag und liebe Grüße Anita
PS Schönes Foto, ist es aus Salzburg?

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Countess Claire 8. September 2014 - 17:43

Liebe Anita,
Danke für deinen Kommentar. Eine gute Idee mit „Gabellllll…links, Messerrrrrrr…rechts“! Auf das Thema „Fremde Länder, fremde Sitten“ werde ich demnächst auch noch eingehen. Nein, das ist Schloss Berchtesgaden.
Liebe Grüße,
Claire

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Sue 7. September 2014 - 21:42

Hallo,

ich bin da sehr – ich sage mal -exakt. Leider erlebe ich immer wieder , dass einige Kinder wie Erwachsene schmatzen. Da bin ich auf 360. Uff. Aber das habe ich von meiner Mutter: Ordentlich am Tisch sitzen und essen. Alleroberstes Gebot. Wenn ich denjenigen nur angucke weiß der sofort Bescheid. Ich habe da wohl einen gewissen Blick. Aber das Schmatzen bzw,. Essen mit offenen Mund …..geht gar nicht.

Du merkst, wie „engagiert“ ich da bin. ;)

Aber du hast Recht, die Regeln kennen, ist schon wichtig.

In Amerika haben wir keine Probleme mit Gabeln und Messer zu essen und belächelt zu werden. Bei meinen Rippchen selbst nicht, denn sie sind so zart, der Knochen fällt vom Fleisch. Hmmmm. So gut bekommen wir sie zu Hause nicht hin.

Ach so, Servietten stehen bei mir immer auf dem Esstisch. Dann darf noch so am normalen tag jeder seinen Teller abräumen und sich die Hände waschen. Darauf achtet meine Tochter gerne, diese Macke hat sie sich zu gelegt, nachdem sie in Bio die Bakterien hatten.

Einen schönen Sonntag Abend

wünscht Sue

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Countess Claire 8. September 2014 - 17:40

Liebe Sue,
Ja, das Essen mit offenem Mund ist auch so eine Sache… Und Händewaschen vorm Essen ist auch eine gute Idee, bei kleinen Kindern empfiehlt sich auch das Waschen nach dem Essen ;-)
Liebe Grüße,
Claire

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Nick Brinkmann 8. September 2014 - 11:30

Hallo Claire,

hier bei uns auf Arbeit wird jeden Mittag, wenn zu Tisch gegangen wird, Mahlzeit gesagt, ich weiß immer nicht was ich erwidern soll. Mahlzeit möchte ich nicht sagen. Können Sie mir da einen Rat geben?
Sollte ich mal im Geschäft Kunden bedienen und ein Kind steht neben mir, kaut Kaugummi und schmatzt laut, sage ich „Geht es noch lauter“ Ist das richtig oder solllte ich nichts sagen?
Viele Grüße Nick

Antworten
Countess Claire 8. September 2014 - 17:37

Liebe Nick,
Nicken Sie einfach freundlich, lächeln Sie, wenn Sie die Worte nicht erwidern möchten. Das ist eleganter und trotzdem nett.
Nein, auf gar keinen Fall sollten Sie fremde Kinder zurechtweisen, umso weniger, wenn Sie gerade dabei sind, deren Eltern zu bedienen!
Das Schimpfen mit fremden Kindern ist ein heikles Thema. Wenn Gefahr im Verzug ist, soll man natürlich immer eingreifen. Wenn es aber nur darum geht, einem Kind zu erklären, wie man Kaugummi kaut (nämlich besser gar nicht), sollte man das bleiben lassen.
Liebe Grüße,
Claire

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Nick 9. September 2014 - 10:16

Hallo Claire,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, das kam mir beim Lesen Ihres neuen Blog-Beitrages sofort in den Sinn. Ich werde das nächste Mal einfach darüber hinwegsehen. Viele Grüße Nick

Antworten
Countess Claire 10. September 2014 - 16:57

Bitte gern!

Antworten
Kathrin 10. September 2014 - 15:20

Liebe Claire,

Wie immer ein wunderbarer Artikel, den ich so nur unterstreichen kann.
Nur bei „Mahlzeit“ tue ich mir etwas schwer deine Meinung zu teilen.
Besonders im ländlichen Raum ist „Mahlzeit“ – wie du ja auch geschrieben hast – als Gruß weit verbreitet. Hier finde ich es durchaus in Ordnung diesen zwischen 11 und 14 Uhr zu verwenden. Danach ist es einfach nicht mehr angebracht. Auch halte ich es im familiären Rahmen für nett sich „Mahlzeit“ zu wünschen – hierbei meine ich das Mittagessen im kleinsten Rahmen.

Liebe Grüße,
Kathrin

Antworten
Countess Claire 10. September 2014 - 17:00

Liebe Kathrin,
Vielen Dank für deine lieben Worte, es freut mich, dass dir mein Artikel gefällt. In manchen Regionen ist es üblich und auch völlig in Ordnung, „Mahlzeit“ zu sagen, in Österreich ist das aber auch auf Ämtern und Behörden in Großstädten üblich, und das schätze ich nicht so ;-)
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Kathrin 18. September 2014 - 18:28

Liebe Claire,

Was den Gruß an Ämtern und in Großstädten angeht, gebe ich dir vollkommen recht!
Ich arbeite selbst im öffentlichen Sektor und kann daher genug Gräuelgeschichten über das schlechte Benehmen an Ämtern berichten – wenn Personen ohne Oberteil regelmäßig am Amt erscheinen, erscheint einem allerdings auch „Mahlzeit“ nicht mehr schlimm ;-)

Liebe Grüße,
Kathrin

Antworten
Countess Claire 19. September 2014 - 10:11

Liebe Kathrin,
Bei so einem Anblick glaube ich dir gern, dass „Mahlzeit“ noch das geringere Übel ist ;-)
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Claudia 10. September 2014 - 17:40

Mit einem Lächeln schließe ich mich meinen „Vorrednerinnen“ an. Gutes Benehmen beim Essen gehört für uns einfach zu einer gesitteten Tischkultur. Ich war und bin, als meine Kinder noch klein waren und nun meine Enkelkinder, immer stolz darauf, dass ich mit ihnen ohne weiteres in ein gehobenes Restaurant gehen konnte bzw. kann. Oft haben sogar dort die erwachsenen Gäste leider weniger Tischmanieren als unsere Kinder.
„Guten Appetit“ wünschen wir bei jeder Mahlzeit. Für uns gehört es einfach zum guten Ton und Tischkultur, dem anderen dies zu wünschen. Wir fänden es sogar rüpelhaft, dass Essen ohne den höflichen „Gruß“ zu beginnen. „Guten Appetit“ ist in unserer Familie sozusagen der „Startschuss“ um das Essen zu beginnen, nachdem alle am Tisch sitzen und versorgt sind. Ich persönlich finde dies nicht unangemessen. Im Zusammenhang mit der Weltanschauung ist es viel schlimmer, Essen wegzuschmeißen. Auch das gehört, meines Erachtens zu einer guten Tischkultur, sich lieber zweimal ein wenig Essen zu nehmen als Essen in den Müll schmeißen zu müssen. Leider beobachte ich dies, und andere unerzogene Manieren, sehr häufig bei Buffets. Die Schlacht am kalten Buffet ist wirklich keine optimale Basis für den Genuss der leckeren Speisen und Gaumenfreuden.

Liebe Grüße – Claudia

Antworten
Countess Claire 11. September 2014 - 08:52

Liebe Claudia,
Die Sache mit dem Buffet wird auch noch Thema in einem meiner nächsten Beiträge sein. Da bin ich im Übrigen ganz deiner Meinung! Ganz schlimm, wie viel sich so mancher auf den Teller lädt.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Claudia 11. September 2014 - 17:00

Liebe Claire,
ich bin gespannt auf deinen „Buffet-Beitrag“ und wünsche dir und mir ;-) dass diesen die ganze Welt liest und beherzigt. Ich fliege in ein paar Tagen nach Rhodos und so sehr ich mich auf diesen Urlaub freue – Vor den Mahlzeiten morgen, mittags und abends am Buffet graust es mich jetzt schon fürchterlich.
Mach weiter so mit deinem Blog, den ich per Zufall gefunden habe, aber sehr gerne verfolge :-)
Liebe Grüße – Claudia die schon in Gedanken die Koffer packt.

Antworten
Countess Claire 11. September 2014 - 17:15

Liebe Claudia,
Da wünsche ich dir einen ganz tollen Urlaub.
Die griechischen Inseln liebe ich ganz besonders, Buffets mag ich allerdings auch nicht so gern…die Qual der Wahl, Versuchung durch Berge von Süßem ;-)
Ich freue mich, dass du meinen Blog gefunden hast!
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
groschenroman 10. September 2014 - 20:20

Liebe Claire, ich freue mich, dass Du die „Guten-Appetit“-Frage endgültig geklärt hast. Ich kenn es auch so, dass man das eigentlich nicht sagt. Aber es ist eine regelrechte Unsitte geworden. Es passiert mir manchmal im Büro, dass mir Leute „Guten Appetit“ wünschen, wenn ich in einen Apfel beiße. Und wenn ich dann nicht mit vollem Mund ein „Danke“ murmle, krieg ich auch noch den Stempel Unhöflich verpasst. Nervt mich total.

Antworten
Countess Claire 11. September 2014 - 08:48

Liebe Carola,
Ich bezweifle, dass ich sie wirklich endgültig geklärt habe ;-) Aber ich bin ganz deiner Meinung, es kann sehr nerven. Ich verstehe dich hundertprozentig! Und das Guten Appetit Wünschen, wenn man in einen Apfel beißt, ist mir so oder so ähnlich auch schon sehr oft passiert. Von meinem familiären und gesellschaftlichen Umfeld in Österreich kenne ich diese Floskel allerdings nicht.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Anna 11. September 2014 - 10:25

Guten Morgen,

Mal wieder ein interessanter Artikel.
Allerdings lebe ich in Schottland und finde es furchtbar, dass es keinen „Gruß“ vor dem Essen gibt. Und zumindest in Deutschland ist das auch in den gehobeneren Kreisen durchaus üblich.
Wie sollen Kinder denn lernen, dass die Dame des Hauses beginnt und vorher niemand naschen darf?
Schöne Grüße,
Anna

Antworten
Countess Claire 11. September 2014 - 10:37

Liebe Anna,
Es freut mich, dass du diesen Artikel interessant findest und hoffe, auch die anderen sind lesenswert für dich. Beim Wünschen des Guten Appetits scheiden sich wirklich die Geister, aber ich finde diese Diskussion wunderbar!
In den Kreisen in Deutschland, die mir vertraut sind, ist ein Essensgruß nicht unbedingt üblich. Allerdings habe ich recht wenig Verwandtschaft dort, vielleicht kann ich es nicht beurteilen.
In Österreich kann ich aber sehr wohl mitreden; in den Kreisen, die du ansprichst, gibt es im Allgemeinen keinen „Guten Appetit“. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Lady Petite 11. September 2014 - 11:28

Liebe Claire, wer hätte gedacht, dass es solche Wellen schlägt :)
Was ich hier noch vermisse ist das Tischgebet. Gibts das nicht mehr?
Nun ich spreche nicht für mich, da wir weder „Guten Appetit“ sagen, noch ein Tischgebet sprechen. Aber ich kenne (auch Adlige Familien) bei den ein Tischgebet gesprochen wird und nach dem „Amen“ gegessen wird. Das Wort „Mahlzeit“ habe ich erst in der Berufswelt kennen gelernt. Was ich positiv bei dem Wort finde ist, dass es ein guter Einstieg in ein Gespräch sein kann, wenn man den Kollegen von sehen her kennt, aber den Namen nicht kennt oder vergessen hat. Sonst enthalte ich mich. Es ist so ähnlich mit dem Wort „Gesundheit“ wenn man genossen hat. Eigentlich sollte man „Entschuldigung“ sagen, doch es kommt schon mal vor dass das ganze Büro „Gesundheit“ brüllt ;) Liebe Claire, ich würde es einfach hinnehmen. Es ist inzwischen eher eine lockernde Floskel ohne viel Hintergedanken. Ich für mich, schätze es ab, in welcher Gesellschaft ich mich befinde und verhalte mich dem Entsprechend. Ganz liebe Grüße Anita

Antworten
Lady Petite 11. September 2014 - 12:53

Nachtrag: Bitte mach weiter so, liebe Claire! Ich liebe es, bei zu lesen und welche Welle so manches Thema schlägt, so bleib es im Gedächtnis und lebt im Sinn vielleicht weiter. Wir erfahren so von anderen Ländern und Sitten. Herrlich! LG Anita

Antworten
Countess Claire 11. September 2014 - 17:29

Liebe Anita,
Ich habe die etwas kontroversen Themen auch sehr gern.
Ein Tischgebet zu sprechen finde ich übrigens sehr schön!
Und mit dem Niesen hast du ein tolles Thema angesprochen, wäre toll, wenn du eine „Frage an Claire“ formulieren würdest!
Mir ist es nicht erst einmal passiert, dass ich – im Zug zwischen Zürich und Salzburg sitzend und niesend (ja, manchmal nehme auch ich den Zug) – von Mitreisenden, die am anderen Ende des Großraumwagens saßen, ein „Gesundheit!“ hörte.
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Lady Petite 12. September 2014 - 14:29

Hmm… wie sollte ich die Frage formulieren? Vielleicht so:
„Liebe Claire, wie verhält man sich, wenn viele einem Gesundheit wünschen, obwohl man sich eigentlich zu entschuldigen hat? Die sind so schnell, dass auf deren „Gesundheit“ meine „Entschuldigung“ falsch wäre und wie ist das in der Schweiz / Österreich? Entschuldigt man sich hier?
Bin schon auf die Kommentare sehr gespannt.
LG Anita

Antworten
Jana 13. Juni 2018 - 07:58

Guten Tag, ich habe am Wochenende diesen wunderbaren Blog gefunden und lese jeden Tag ein paar Artikel. Nun möchte ich auch mal meine Meinung kundtun. Wie einige vor mir, finde ich das „Guten Appetit“ wünschen nicht nur nicht schlimm, es gehört auch bei uns unbedingt dazu. Es wird erst begonnen, nachdem es einer (!) gesagt hat. Bei Kindern gerne in Verbindung mit einem sich reimenden Spruch. Und ich würde mich unwohl und unhöflich fühlen, ohne einfach zu beginnen. „Mahlzeit“ finde ich wochentags um die Mittagszeit in Kantinen durchaus angebracht, würde es aber außerhalb dieser, auf der Straße, in Ämtern, nur bei einem Apfel (:-) und am Wochenende niemals sagen. Sie schreiben, was in der Schweiz gesagt wird („En Guete“ oder „En Guete mitenand“) ist üblich und wird akzeptiert? Für mich klingt das wie „An Gueten!“ so gesprochen von meinem Schwager aus Bayern, was nichts anderes heißen soll als „einen guten Appetit“. Liege ich falsch? Beim Englischlernen mit einer Freundin aus Südafrika erfuhr ich ebenfalls einige Redewendungen mit der gleichen Bedeutung, scheint folglich auch dort üblich zu sein.
Zur allgemeinen Erheiterung oder Empörung (je nach dem) der Lieblingsspruch meiner Tochter zu Kindergartenzeiten: Wie ein Sputnik und noch schneller stürzen wir uns auf den Teller, guten Appetit!
Viele Grüße aus dem Vogtland

Antworten
Countess Claire 18. Juni 2018 - 15:33

Liebe Jana,
Ich freue mich sehr, dass du den Weg zu meinem Blog gefunden hast und er dir so gut gefällt!
Vielleicht findest du ja noch weitere Beiträge, die dich ansprechen. Ich freue mich auch stets über „Fragen an Claire“.
Ich bin auf deine Ansichten gespannt!
Liebe Grüße,
Claire

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