Was trägt man im Homeoffice?

von Countess Claire

Eine kleine Umfrage auf Instagram hat ergeben, dass ihr euch sehr für das Thema „Was trägt man im Homeoffice?“ interessiert und gern darüber lesen wollt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Arbeit im Homeoffice viele Vorteile bietet. Man ist frei, sich seine Arbeit selbst einzuteilen, wie man es möchte, es gibt keinen Chef, der einen ständig kontrolliert und man fühlt sich unabhängig.

Doch motivieren muss man sich schon selbst. Einfacher gelingt das, wenn man Folgendes beachtet:

Business Attire im Büro daheim

Zugegeben, es klingt verlockend, morgens aufzustehen, sich im Schlabberlook an den Computer zu setzen und den Tag auf sich zukommen zu lassen. Von 08:00 bis 17:00 in Bademantel und Pantoffeln verbringen, kleine Häppchen neben sich stehen zu haben und gern jeder Ablenkung nachzugeben – traumhaft. Schließlich kann einen bei der Arbeit niemand sehen. Doch davon ist dringend abzuraten, wie sich der eine oder andere Leser bereits nach den ersten Zeilen gedacht haben wird.

Ein angemessenes Outfit im Homeoffice ist leistungssteigernd und fördert das konzentrierte und fokussierte Arbeiten. Schließlich wollen wir uns mit der Wahl der Arbeitskluft vom übrigen Zuhause abgrenzen. Daher ist dringend zu empfehlen, sich im Homeoffice so zu kleiden wie auch im Büro.

was trägt man im homeoffice?

Foto: JOHN STILLWELL/AFP/GETTY IMAGES via Pinterest

Königin im Homeoffice: Queen Elizabeth II bei ihrer Weihnachtsansprache 2018 im White Drawing Room, Buckingham Palace

Wird Anzug beziehungsweise Kostüm getragen? Dann braucht es das auch daheim. Ist man im Office legerer unterwegs, kann sich das auch im Outfit für’s Arbeiten von zuhause aus niederschlagen. Ausnahmen bilden hier spezielle Berufssparten wie z.B. Ärzte, die zuhause die Büroarbeit erledigen wollen. Diese können ihre Rechnungen auch ohne OP-Kittel erstellen.

Für die Bodenhaftung trägt man richtiges Schuhwerk und keine Hauspantoffeln.

Warum soviel Aufhebens machen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Homeoffice heisst Arbeiten von zuhause, wofür man in der Regel auch vom Arbeitgeber oder seinen Kunden bezahlt wird. Die korrekte Kleidung ist somit auch ein Signal an einen selbst, dass man sich nicht in der Freizeit befindet. Das erfordert somit ein ähnliches Morgenritual wie beim Gang zur Arbeit.

Auch freuen sich die Kollegen bei einer Videokonferenz über einen gepflegten Stil, der auch vermittelt, dass man nicht in den Ferien weilt. Wie peinlich und höchst unprofessionell, müsste man die mit zerzausten Haaren und im Freizeitdress absolvieren.

Was ebenfalls nicht gilt, sind halbe Sachen. Das schöne Hemd mit den Manschettenknöpfen; dazu ein Sakko, frisch von der Reinigung. Blöd, wenn man dann beobachtet von den Teamkollegen oder der Kundschaft kurz aufsteht und unterhalb der Gürtellinie die neue Badehose zur Schau stellt.

Zum anderen hat unsere Kleidung auch einen Einfluss auf unsere Körperhaltung, unsere Stimme, unsere Einstellung, die Mimik sowie die Art zu Sprechen. Wenn wir korrekt gekleidet sind, haben wir ein ganz anderes Auftreten als im Schlabberlook. Machen wir uns der Wirkung unserer Kleidung (lest dazu auch meinen Artikel Warum kleiden wir uns wie? Eine soziologische Betrachtung) bewusst: Mit Sicherheit führt man Telefonverhandlungen im korrekten Business Attire anders als in der Jogginghose.

Übrigens rate ich auch Stellenbewerbern bei Telefoninterviews, sich zurecht zu machen und ein Outfit zu wählen, welches sie zum Bewerbungsgespräch vor Ort anziehen würden. Aber das habt ihr sicher gewusst.

Also tragt beim Arbeiten von daheim aus dasselbe, was ihr auch im Büro anziehen würdet!

Professionelle Büroatmosphäre für daheim

Nun handelt es sich beim Homeoffice um reguläre Arbeitszeit. Es ist kein gemütlicher Nachmittag am Sofa, unterbrochen von ein paar lästigen Telefonaten oder Emails. Und dementsprechend sollte auch das Umfeld aussehen: es soll den Arbeitsfluss fördern!

Am besten ist natürlich ein privates Büro, in das man sich zurückziehen kann. Eine neutrale, nicht zu gemütliche Arbeitsatmosphäre sorgt für Produktivität und fördert konzentriertes Schaffen. „Türe zu“ signalisiert etwaigen Mitbewohnern, dass hier jetzt gearbeitet wird und keine Störung erwünscht ist.

Ein No Go beim Homeoffice sind übrigens Hintergrundgeräusche: Kindergeschrei, der surrende Staubsauger, das Piepsen des Backrohrs, Klavier üben – kurz die ganz normale heimische Geräuschkulisse – hat im Business absolut nichts verloren und wirkt dilettantisch. Wer kleine Kinder zuhause hat, soll für sie gesorgt haben. Sei es durch die Nanny oder den Ehepartner. Sie sollen euch jedenfalls nicht in der Arbeit stören.

Wichtig ist auch der Hintergrund des Arbeitsplatzes: Keinesfalls sollte ein Bett hinter dem Schreibtisch stehen! Auch der Hometrainer hat hier nichts verloren, ebensowenig wie die Wäschespinne.

Wie ihr seht, muss man beim Homeoffice ein paar Dinge beachten. Gelingt das, werdet ihr auch beim Arbeiten von zuhause aus effizient sein. Und wenn plötzlich der Finanzminister unangemeldet ins Büro schneit, seid ihr, zumindest was die Kleidung angeht, bestens vorbereitet.

Liebe Leserinnen und Leser, was tragt ihr im Homeoffice?

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4 Kommentare

Karin 15. Oktober 2019 - 18:59

Liebe Claire,
auch ich arbeite zwei Tage die Woche im HO. Der Morgenablauf ist derselbe wie an den zwei Tagen, an denen ich in‘s Büro gehe (Aufstehen, Duschen, Anziehen, Teenagerkinder wecken und antreiben, Frühstück für alle, Küche wieder in Originalzustand bringen). Nur der Spaziergang mit den Hunden fällt länger aus, da ich mir ja den Arbeitsweg spare.
Da ich in einer Agentur mit lauter Hipstern arbeite, ist der Dresscode eher locker und so ist das dann auch im HO. Ehrlich gesagt trage ich im HO auch Hausschuhe zu Hose und Bluse. Wenn ich einen offiziellen Call habe, schaue ich natürlich, daß ich nicht gestört werde. Habe ich eines meiner vielen täglichen Telefonaten mit meiner Kundin (einer alleinerziehenden Mutter mit viel Homeoffice, sind die Telefonate manchmal ganz witzig. Sie freut sich, wenn meine Große Klavier spielt und ich amüsiere mich, wenn sie da hoc ihrem davonfliegenden Sonnenschirm hinterher rennen muss. Aber das sind besondere Umstände, wir kennen uns schon länger und sind zuhause in einer ähnlichen Situation. Dafür gehen wir aber auch an‘s Diensttelefon, wenn offiziell schon Feierabend ist.
Grundsätzlich gebe ich Dir aber recht. Auch ich habe ein extra Zimmer, in dem ich arbeite und würde mich nie mit dem Laptop auf‘s Sofa legen. Ich setze mich im Sommer auch nicht damit in den Garten…
Liebe Grüße (HO ist heute seit 17 Uhr vorbei) aus Köln,

Karin

Antworten
melanie 15. Oktober 2019 - 22:06

Liebe Claire,
als seit Jahren regelmäßige Home-Office-Nutzerin habe ich Ihren Beitrag mit zustimmend-wissendem Lächeln gelesen und kann bestätigen:
tatsächlich macht es einen Unterschied, in welchen „Klamotten“ man im eigenen Büro sitzt (unser „Co-Working-Space“ wird bei Bedarf als Gästezimmer genutzt, das betont schlicht gestaltete Daybed sorgt zusammen mit der Fachbücher-Vitrine für den „Drawing-Room-Effekt“ im Hintergrund).
Kleidungsmäßig bin ich entsprechend meiner unterschiedlichen Rollen flexibel: das reicht von Polo/Bluse und Jeans/Chinos aus der „Zu-Hause-Kollektion“ (allerdings guter Schnitt, sauber und gebügelt) bis tatsächlich formeller Kleidung. Bequeme Pumps als Hausschuhe rund ums Homeoffice (bzw. bei stolperfreien Haushaltstätigkeiten, ansonsten Ballerinas oder Loafers) sorgen für den notwendigen Muskelaufbau für Vortragstätigkeiten außer Haus, wo ich mich inklusive Anfahrtszeiten bis zu 14 Stunden auf 4-6 cm-Absätzen aufrecht halten können muss. Während hochformeller Gespräche waren die Kinder in jüngeren Jahren mit meinem Mann (bzw. im umgekehrten Fall mit mir), den Großeltern oder dem Au-pair in Haus oder Garten unterwegs, dem Gesprächspartner wurde zu Beginn des Gespräches mitgeteilt, dass ich vom Homeoffice aus arbeite und ich mich im äußersten Notfall um familiäre Belange kümmern müsste – das wurde immer sehr wohlwollend aufgenommen (unter Kollegen wurde und wird das Ganze lockerer gehandhabt); nach wie vor halten wir es rund um derartige Situationen so, dass auch der Rest der Familie (früher auch die Aufsichtsperson) in angemessenem Freizeitoutfit unterwegs ist: wenn schon eine Notfallunterbrechung, dann wenigstens nicht mit Tomatenflecken und abgerissenem Kragen. In diesen Situationen rächt es sich allerdings auch, wenn der Tonfall der Familie abseits des Home-Office ein beliebiger ist – ein brüllender Fäkalliterat, der sich gewohnheitsmäßig nur durch Zurückbrüllen oder Panikgeschrei in seiner Not angenommen fühlt, macht sich als Hintergrundgeräusch deutlich ungünstiger als ein heulendes Kind, das auf beruhigende Ansprache reagiert (lebensbedrohliche Zustände oder besondere Familiensituationen immer ausgenommen).
Dezente (Freizeit-)Kleidung finde ich, Home-Office hin oder her, grundsätzlich nicht unwesentlich: ich möchte auch dem Briefträger, dem Paketdienst, dem Rauchfangkehrer oder dem fehlgeleiteten Lieferanten meines Nachbarn ungern in Jazzpants, Tank-Top oder gar Nachtwäsche unter die Augen kommen. Für allfällige Ausflüge in die (Wasch-)Küche (lernpsychologisch wertvolle Verarbeitungszeiten zwischen den Arbeitspaketen) habe ich ebendort naturfarbene Leinenschürzen, die auf ihre Haken hüpfen, sobald das Telefon oder die Türglocke klingeln. Leger wird´s nach 20:00 Uhr – wer dann unangemeldet läutet, ist selber schuld.
Beste Grüße von unterwegs,
Melanie
p.s. Dank für das Foto, ich werde noch eine Weile weiterschmunzeln … und mich schon mal auf meinen „white drawing room“ freuen.

Antworten
M. 16. Oktober 2019 - 07:22

Liebe Claire

Danke für den tollen Beitrag. Ich bin selbstständig und Mutter einer sechsmonatigen Tochter. Was soll ich sagen… Ich war immer die oberkorrekte im Businesskleid aber mit Kleinkind bin ich doch etwas „unter die Räder“ gekommen. Zwei Tage die Woche arbeite ich im AD oder externen Büro und den Rest der Woche eben im besagten HO damit ich mich um die kleine Maus kümmern kann. Bei wichtigen Telefonaten stecke ich sie meistens in den Buggy und laufe spazieren damit es bloss keine Zwischenschreie gibt – ansonsten müssen sich meine Kunden leider mit meiner Situation abfinden. Was soll ich sagen, ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Leute sind viel freundlicher und aufgeschlossener – Zur Geburt gab es viele unzählige Geschenke und Karten und es war mir anfangs wirklich sehr unangenehm hochschwanger noch Kundentermine in einer wahren Männerdomäne wahrzunehmen.
Was die Garderobe betrifft bin ich absolut deiner Meinung – Der andere Teil ist grade für uns Frauen etwas schwieriger zu gestalten und…. so habe ich es erfahren -einfach nur menschlich.

Alles Liebe M.

Antworten
Countess Claire 19. Oktober 2019 - 11:54

Liebe Damen,
Vielen Dank für eure ausführlichen und interessanten Kommentare! Ich habe mich sehr gefreut, sie zu lesen!
Liebe Grüße,
Claire

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