Wie lebt man in Salzburg?

von Countess Claire

Ihr wisst ja, dass ich seit vielen Jahren am Zürichsee lebe, dennoch bin ich in regelmäßigen Abständen in Salzburg. Sei es, um Familie und Freunde zu besuchen, sei es, um Kultur und Natur zu genießen oder um einfach mal Abstand vom hektischen Alltag in der Schweiz (lest dazu meinen Artikel Lifestyle an der Goldküste) zu bekommen. Vor kurzem war es wieder soweit – ein Salzburg – Aufenthalt stand an und Koffer beziehungsweise Auto wurden vollbepackt. Zurück daheim, hatte ich die Idee, einfach über das Thema „Wie lebt man in Salzburg“ zu schreiben.

wie lebt man in SalzburgSchloss Mirabell: Blick von der mit Blauregen bewachsenen Orangerie im Mirabellgarten in Richtung Festung Hohensalzburg

Salzburg – lebenswerte Barockstadt

Salzburg, die viertgrößte Stadt Österreichs, liegt im Herzen des Alpenlandes, und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert! Touristenströme aus aller Welt zeigen: Salzburg ist wahrlich sehenswert! In meinen vier Artikeln Salzburg präsentiert sich habe ich euch schon viel über Sehenswürdigkeiten, Kultur, Kunst und Natur erzählt. Heute soll es schlicht und einfach über den Alltag in der wunderschönen Barockstadt gehen. Denn: Wie lebt man in Salzburg?

Das enorme Verkehrschaos, den überwältigenden Touristenandrang (ein zweischneidiges Schwert: einerseits ist der Tourismus der Wirtschaftszweig schlechthin, andererseits kann er gern mal als störend und nervtötend empfunden werden), organisierte Bettelbanden und andere Widrigkeiten lassen wir gern außen vor. Denn Salzburg ist trotz aller Ärgernisse unvergleichlich schön.

Lassen wir den Tag mit einem Besuch am Markt beginnen: Vormittags mache ich mich mit meinem Einkaufskorb gern auf den Weg zum Grünmarkt am Universitätsplatz oder donnerstags zum Schrannenmarkt bei der Andräkirche, gegenüber vom Schloss Mirabell. Dort gibt es Obst, Gemüse, Käse, Brot, Wein, Blumen – hauptsächlich regional und saisonal.

wie lebt man in salzburgBeim Einkauf von Salat und Kräutern Auf der Schranne

Sobald die Einkäufe daheim abgeliefert sind, mache ich mich gern wieder auf den Weg in die Stadt, um in Ruhe beim Traditionskaffeehaus Tomaselli eine Melange zu trinken. Ein Pflichttermin, um sehen und gesehen zu werden! Aber auch amüsant, die Leute beim Flanieren zu beobachten.

wie lebt man in salzburgDer Makartsteg ist eine Brücke über der Salzach (für Fußgänger und Radfahrer) und verbindet die linke Altstadt mit dem rechten Salzachufer.

Am Nachmittag besuche ich gern mit meiner Familie die verschiedensten Sehenswürdigkeiten in und um Salzburg. Schloss Hellbrunn mit seinen Wasserspielen, die Residenzgalerie, die Festung Hohensalzburg, das Freilichtmuseum oder das Bluntautal. Auch das Haus der Natur ist immer wieder einen Abstecher wert. Doch Vorsicht: Für kleine Kinder ist das nichts! Ausgestopfte Tiere, brüllende Dinosauriernachbildungen und gruselige Masken verursachen schon den ein oder anderen Heulkrampf.

Schloss Mirabell

Anschließend kann man durch den gepflegten Mirabellgarten spazieren, auf einer Bank verweilen und die ganze Szenerie auf sich wirken lassen.

An der Pforte zu Österreichs schönstem Standesamt: dem Marmorsaal im Schloss Mirabell.Weiße Bluse mit dunkelblauem Hirschmotiv, dunkelblauer Rock und Tasselloafer, dazu ein Seidentuch: fertig ist der Salzburger Preppy meets Tracht Look.Eine der Figuren im Mirabellgarten, die antike Götter und Göttinnen darstellen: Venus mit Amor, Zeichen der weltlichen Schönheit und der Liebe.

Einkaufen in Salzburg

Das Shopping darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, und in Salzburg finde ich immer alles, was ich brauche. Bei Lanz Trachten gibt es die schönsten Dirndln und die stilvollste Landhausmode. Die Altstadt ist voller Traditionsläden und kleiner Manufakturen. Bei Kirchtag in der Getreidegasse beispielsweise kann man exklusive handgemachte Schirme im traditionellen Stil kaufen. Auch habe ich dort endlich die perfekten Autofahrer-Handschuhe gefunden. Wer trachtige Ballerinas sucht, geht zu Denkstein. Aschauer hat schöne Gehröcke, das neue Geschäft „Ausseer Handdrucke“ am Residenzplatz führt wunderbare Seidentücher. Wer sich einen Gürtel anfertigen lassen möchte, ist bei Gürtelmacher Schliesselberger in der Lederergasse bestens bedient. Kürzlich habe ich mir dort meinen eigenen Gürtel zusammengestellt – zeige ich euch demnächst. Gmundner Keramik, derzeit im Sterngässchen, ist auch ein Pflichttermin. Meine beiden Service (Streublumen für die Schweiz, grün geflammt für Österreich) wollen schließlich erweitert werden. Besonders stilvollen Herren, die Wert auf rahmengenähtes Schuhwerk legen, sei Ludwig Reiter in der Goldgasse empfohlen.

Kinder in Salzburg

Die durchschnittliche Kinderanzahl in Salzburg ist 1,4. Und dementsprechend ausgelegt ist auch das Alltagsleben: Immobilien mit maximal zwei Kinderzimmern, erschwerte Hauszugänge mit Kinderwägen und vieles mehr. Unbedingt beachten sollte man, dass auch die meisten Läden in der Stadt sehr eng sind – für Kinderwägen ist da oft kein Durchkommen. Aber auch bei genügend Platzangebot kann es vorkommen, dass man vom Verkaufspersonal ignoriert wird, sobald man ein Kind dabei hat. Und da hilft dann auch die typische Salzburger Montur, die einen als stilvollen, wohlhabenden Zeitgenossen ausweist, nicht. So geschehen erst kürzlich bei einer Edel-Trachtendesignerin. Hat man das in diem Fall nicht mal quengelnde Kleinkind bei den Großeltern abgegeben und stattet mit den Großen einem Nobel-Jagdgeschäft einen Besuch ab, erkennt die eifrige Verkäuferin sofort ihre Wunschkundschaft und lässt es sich nicht nehmen, einen mit tausend Dingen zu „überfallen“. Obwohl man eigentlich „nur mal schauen“ wollte. Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass das Verkaufspersonal sehr freundlich ist. Mit drei oder mehr Kindern wird man in Salzburg eher als Wesen von einem anderen Stern angesehen.

Abendprogramm

Den Tag ausklingen lassen kann man mit einem vorzüglich Essen im edlen Ambiente des Peterskellers. Bei jedem Salzburg-Aufenthalt steht auch ein Besuch des Landestheaters auf dem Plan. Besonders angetan haben es mir Opern, wie letztens Le Nozze di Figaro,  und Operetten. Hier hat die allgegenwärtige Modernisierungswut in Kunst und Kultur noch nicht so stark um sich gegriffen. Die Inszenierungen am Salzburger Landestheater sind sehenswert, das Bühnenbild regelmäßig aufwändiger als nur die Szenerie „Stuhl-Tisch-Garderobenständer“, die man andernorts sehr oft sieht. Danach noch auf einen Sprung ins Carpe Diem in der Getreidegasse – zum Glück gibt es dort nicht nur Red Bull zu trinken.

Bevorzugte Lage

Oder man macht noch einen Nachmittags- beziehungsweise Abendspaziergang in Aigen. Der für mich schönste Stadtteil im Südosten Salzburgs um das Schloss Aigen gelegen gilt als exklusives Villenviertel und Wohnort vieler Prominenter, ehemals Adeliger und Reicher. Die beiden Volksschulen Aigen und Abfalter genießen einen ausgezeichneten Ruf, ebenso wie das nahe private Gymnasium der Ursulinen. In der Stadt sind noch das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum und die Schule der Franziskanerinnen erwähnenswert. Wem ich Salzburg schmackhaft gemacht habe und sich hier niederlassen will, wird bei seiner Suche nach gehobenen Wohngegenden zum Beispiel auch in Parsch (an Aigen angrenzend) oder Leopoldskron (die Gegend um das gleichnamige Schloss und den Weiher ist bezaubernd) fündig. Direkt angrenzend an Aigen liegt Glasenbach: ebenfalls sehr schön, allerdings nicht mehr zum Stadtgebiet gehörend. Anif zählt ebenfalls zu den exklusiven Vororten.

wie lebt man in salzburgNachmittagsspaziergang in Aigen: Villenviertel mit dem Flair, schon am Land zu sein.

Hoffentlich konnte ich euch das lebens- und liebenswerte Salzburg etwas näherbringen! Wie gefällt euch die Stadt?

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3 Kommentare

Gabriele 17. Mai 2019 - 07:38

Liebe Claire,
ganz wunderbar und sehr treffend beschrieben; Salzburg ist meine Heimat- und zugleich auch meine Lieblingsstadt. Ich nehme mir, nach Büroschluss, ab und zu die Zeit langsam durch den Mirabellgarten, oder durch die Getreidegasse zu schlendern und alles auf mich einwirken zu lassen. Es ist keine Selbstverständlichkeit hier leben und arbeiten zu können, das geht jedoch im Trubel des Alltags (Beruf und Familie) manchmal etwas unter, daher versuche ich mir immer wieder einmal eine „kleine Auszeit“ zu gönnen und tauche in das Stadt Leben ein. Ein Kaffeehausbesuch, ein Besuch in diversen bereits genannten Geschäften, ein Besuch einer Ausstellung uvm. Mit den von Dir genannten Kleidungstipps ist man immer gut und passend gekleidet.
Vielleicht sehe ich Dich einmal, ich würde Dich ansprechen, wenn Dir das recht wäre.
Danke für Deine wunderbare Beschreibung
liebe Grüße aus dem (heute sonnigen) Salzburg an den Zürichsee
Gabriele

Antworten
Countess Claire 17. Mai 2019 - 09:31

Liebe Gabriele,
Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde auch, es ist keine Selbstverständlichkeit, in Salzburg leben zu können. Es ist eine ganz besondere Stadt.
Bitte sprich mich gern an, wenn du mich mal in der Stadt siehst! Ich hatte schon die Idee, mal ein Treffen zu organisieren für verschiedene Damen, die hier öfters kommentieren/auf Instagram sind und in Salzburg wohnen. Das machen wir sicher einmal!
Liebe Grüße,
Claire

Antworten
Gabriele 20. Mai 2019 - 15:47

Liebe Claire,
vielen Dank, das würde mich wirklich sehr freuen,
liebe Grüße Gabriele

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